Mit seiner dramatischen Landschaft und den endlosen Aussichten ist Hendaye ein Paradies für Naturfans. Foto: Shutterstock

Hendaye: Sehenswürdigkeiten und vieles mehr

Lass dich vom baskischen Charme bezaubern, probiere dich durch scharfe Tapas und lerne surfen in dem bezaubernden französischen Küstenort

Published 07/15/2022 by Nicola Williams

Atlantikbrandung, zerklüftete Klippen, kilometerlange goldene Sandstrände und jede Menge Meeresfrüchte, gewürzt mit scharfem Baskischem Chili … Die urige Grenzstadt im äußersten Südwesten Frankreichs entwickelt sich immer mehr zum angesagten Ziel für Surf-Fans.

Vergiss den ganzen Surf-Glam und die Riesenwellen im hochgetakteten und überlaufenen Biarritz. Eine halbe Stunde mit dem Bus oder Zug entlang an der wellenumbrandeten Atlantikküste, und du bist in dem gemütlichen baskischen Städtchen Hendaye. Der Küstenort direkt an der spanischen Grenze am Fuße der Pyrenäen ist ein echter Geheimtipp, wenn du die baskische Kultur und Küche entdecken und ganz entspannt und ohne Menschenmassen surfen möchtest.

Hendaye

Im Mittelalter wanderten hier die Pilger auf ihrer langsamen, spirituellen Reise ins spanische Santiago de Compostela den alten Küstenweg entlang. In den 1940er Jahren schwärmte Ernest Hemingway in seinem Roman Der Garten Eden von der wunderschönen Aussicht auf die befestigte spanische Stadt Hondarribia am anderen Ufer. 1945 verbrachte Winston Churchill zusammen mit Frau und Tochter einen friedlichen Sommer in Hendaye – weit weg vom kriegsgebeutelten London. Heute tummeln sich in dem Küstenort vor allem französische Familien, die Surfen lernen wollen, Amateursurferinnen und -surfer und Food-Fans auf der Suche nach authentischen lokalen Köstlichkeiten. 

Sollte dich jetzt die Lust überkommen, dieses malerische Städtchen selbst zu erkunden, wirf einen Blick in unsere Tipps und schau dir an, was du in Hendaye so alles unternehmen kannst.

Essen: Hendaye

Ganz oben auf der Speisekarte stehen der Fang des Tages, der gelbe oder grüne Kult-Likör Izarra (besonders toll in Cocktails) und die gesellige baskische Tradition der pintxos oder Tapas, bei denen eine ordentliche Portion baskischer Chili nicht fehlen darf. Restaurants gibt es überall, vor allem auf der Strandpromenade, am Hafen Port de Plaisance und weiter oben in der Altstadt. 

Ein wenig abseits von Strand Grande Plage liegt das Itsas Zaldi von Nanou und Michel Antraygues. Die saisonalen Bistro-Gerichte des spanisch-französischen Küchenchefs Michel sind inspiriert von dessen Kindheit in der Auvergne und seinen unzähligen Reisen – gleichzeitig strotzen sie aber nur so vor modernen baskischen Aromen. Seeteufel, Seebrasse, Seehecht, Schwertmuscheln und das Amuse-Bouche in Form einer Schale Garnelen kommen frisch von den Fischern aus St-Jean de Luz und sind einfach sensationell. Ein eingängiger Mix aus bunten französischen Songs und die sehr herzliche Begrüßung durch die gesellige Nanou setzen dem Ganzen das Sahnehäubchen auf.

In der Altstadt kannst du auf den schattigen Terrassen und unter den grünen Platanen auf der Place de la République essen. Bei Gigi Burgers servieren Gigi und Antho das beliebte Fleischbrötchen auf baskische Art – mit feuriger Chilisoße, süßer Piquillo-Paprika und rauchigem Bacon. Kulinarisch Interessierte kommen bei Piarres voll auf ihre Kosten: Hier präsentiert Käsemacher Pierre Derognard köstliche Probierteller mit handgemachtem Pyrenäenkäse und baskischen Wurstspezialitäten. Die Fromagerie-Épicierie hat erst im Dezember 2021 eröffnet, sich aber in kürzester Zeit zum neuen Trend-Hotspot für Deli-Dining nach dem Zero-Mile-Prinzip etabliert.

Sehenswürdigkeiten: Hendaye

Wenn es um Spaß und Vergnügen im sonnenverwöhnten Hendaye geht, kannst du aus drei komplett unterschiedlichen Aktivitäten und Orten wählen. Am besten startest du in der bezaubernden Altstadt, die geschmückt ist mit uralten Platanen, die immer am Ende des Sommers gekappt werden, und baskischen Fachwerkhäusern mit ihrem markanten roten Anstrich. Dasselbe Rot findest du auch an den Altarwänden der weißgetünchten Kirche Église St-Vincent auf der Place de la République, und dazu die eleganten Seitengalerien aus dunklem Holz, die Frauen in früheren Zeiten nicht betreten durften.

Als Nächstes solltest du hinunter zum Wasser gehen. Bei Flut tummeln sich in der geschützten Bucht von Baie de Txingudi Segelboote, Stand-up-Paddler und auf den Wellen tanzende Kajaks. Auf dem Chemin de la Baie, einem gepflegten Wander- und Fahrradweg, der über knapp 13 Kilometer von Hendaye nach Spanien führt, hast du einen tollen Blick auf das spanische Städtchen Hondarribia auf der anderen Seite der Bucht. Alternativ kannst du auch für 2 Euro mit der Fähre vom Hafen in Hendaye nach Spanien fahren.

Hendaye

Wenn du zum ersten Mal den wunderschönen Sandstrand von Hendaye siehst, der vom Hafen und den beiden spektakulären Felsen Les Deux Jumeaux (die Zwillinge) eingefasst ist, wird dein Herz garantiert einen Luftsprung machen! Farbige Flaggen zeigen an, wo du im Wasser sicher schwimmen und surfen lernen kannst. Als natürlicher Wellenbrecher sorgt die benachbarte Baie de Txingudi für nette kleine Wellen – ideal für Anfänger und Kinder.

Schlendere die von verwitterten neobaskischen Villen gesäumte Belle-Époque-Promenade entlang und biege am Ende auf den Sentier du Littoral mit seinem feinen goldenen Sand. Dieser atemberaubende Küstenwanderweg führt dich über gut 25 Kilometer in Richtung Nordosten zu den Ortschaften Ciboure, St-Jean de Luz, Guéthary und bis nach Bidart. Der erste Abschnitt verläuft durch die Domaine d’Abbadia, ein Naturschutzgebiet mit hügeligen Schafsweiden auf schroffen Flysch-Klippen. Das Schloss aus dem 19. Jahrhundert und die Ausstellungen zur lokalen Flora und Fauna im Maison de la Corniche Basque sind lohnenswerte Zwischenstopps.

Unterkunft: Hendaye

Hôtel Santiago

Von den meisten Zimmern im Hôtel Santiago, einem modernen Hotel-Restaurant, in dem die gute alte baskische Gastfreundschaft noch sehr lebendig ist, hast du einen herrlichen Blick auf die Berge. Der charismatische Hoteleigentümer Philippe Berra, dessen Vater das Haus in den 1970er Jahren gegründet und über 20 Jahre lang geführt hat, weiß, wie ein herzlicher Empfang aussieht. Die Zimmer im Scandi-Stil bestechen durch gut durchdachte, offene Badezimmer und Pastelltöne mit kräftigen Akzenten. Im Hotel wird auf die kleinen, praktischen Dinge Wert gelegt – kostenloses Mineralwasser und ein Wasserkocher samt Tee und Kaffee auf dem Zimmer sind keine Selbstverständlichkeit in französischen Hotels! Das Restaurant unter Leitung des talentierten Damien Camilleri bietet moderne baskische Küche und hat sich zu einem echten Geheimtipp etabliert. Im Sommer tummeln sich die Gäste rund um den Pool, den Jacuzzi und die Café-Terrasse. Bahnhof und zur Altstadt sind in 10 Fußminuten zu erreichen, zum Strand läufst du 20 Minuten. 

Hôtel & Spa Serge Blanco

Zwischen dem goldenen Sand des Grande Plage und den klappernden Bootsmasten des Jachthafens Port de Plaisance liegt das Serge Blanco – ein echter Verwöhntempel in Hendaye. Die Einrichtung ist modern, mit hellen, weißen Farben, minimalistischem Dekor und vereinzelten, vom Meer inspirierten Kunstwerken. Und aus den großen Erkerfenstern – und von fast jedem Balkon aus – bietet sich dir ein toller Ausblick auf das Wasser. Überhaupt spielt das nasse Element eine tragende Rolle in diesem Haus: Der beheizte Innenpool ist mit Meerwasser gefüllt und im Meerwasser-Spa mit wohlig warmen Meerwasserbädern, Saunen, Hamam und Außen-Whirlpool mit romantischem Blick auf Spanien können die Gäste die Seele so richtig baumeln lassen. Zu den Cocooning-Extras gehören Algenpackungen, Peelings mit weißem Sand und Kokosnüssen, Mangobutter-Massagen und viele weitere himmlische Behandlungen, die dich verwöhnen und dir neue Energie schenken. Verwöhnmomente kannst du auch im Restaurant La Bidassoa mit Blick auf den Port de Plaisance genießen.

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