Köln, die Metropole am Rhein, vereint Traditionelles mit Zeitgenössischem.

Köln: Sehenswürdigkeiten und vieles mehr

Entdecke diese entspannte Stadt im Westen Deutschlands, die für ihre freundliche Art bekannt ist

Published 10/12/2020 by Shandana A. Durrani

Man kennt vom Hörensagen, dass es im Blut eines Kölners liegt, eine Frohnatur zu sein. Wenn du die Hauptstadt der Rheinregion besuchst, dann kommst du nicht umhin, diese Lebensfreude in alltäglichen Situationen zu erleben. Achtung: Sie ist eventuell ansteckend. Kein Wunder also, dass Köln zu den beliebtesten Reisezielen in Deutschland gehört.

Köln ist eine der Städte in Deutschland, die auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Und trotz dieses historischen Vibes hat Köln den Spagat geschafft und zeigt sich auch von seiner modernen Seite. Ein Großteil der Stadt wurde nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg rekonstruiert oder neu erbaut. Immer wieder finden sich aber auch Erinnerungen an das Mittelalter, als die Stadt ihre Blüte erfahren hat.

Ungefähr vor 2000 Jahren durch die Römer gegründet, hatte Köln, Deutschland schon immer das Flair einer Kleinstadt, auch wenn es mittlerweile etwas über 1 Mio. Einwohner hat. Wo die Deutschen eigentlich eher für ihre reservierte und zurückhaltende Art bekannt sind, scheint dies in Köln das Gegenteil zu sein. Die Einheimischen sind freundlich und offen, weshalb man sich hier schnell willkommen fühlt. Man folgt hier – nicht ohne ein ironisches Schmunzeln – den sogenannten „Kölschen Grundgesetzen“, die die Laissez-faire-Art definieren. Kombiniere das mit der Vorliebe für Feiern und Singen und du hast den Kölner par excellence. Ob es nun Alkohol oder der besondere Humor ist, mit dem man hier in Fahrt kommt (oder eben beides zusammen), ist Köln eine Stadt, die Lust auf eine Wiederkehr macht.

Schlender durch die Straßen mit gotischem Flair. Die Architektur aus der Nachkriegszeit ist ebenfalls einen Blick Wert – wenn dieser Teil der Geschichte dein Ding ist. Entspanne am Ufer des Rheins und nippe an einem Kölsch, das du in einer so großen Vielfalt nirgends in Deutschland bekommen wirst. Und wundere dich nicht, wenn eine Gruppe Einheimischer mit dir ins Gespräch kommt und dich danach einlädt, mit durch die Bars der Stadt zu ziehen.

In diesem Artikel erfährst du, was du alles in Köln unternehmen kannst: Von Top-Restaurants bis zu den schönsten historischen Plätzen und Museen – und natürlich dem majestätischen Dom.

Köln

Essen: Köln

Wie die meisten deutschen Städte, hat auch Köln eine Reihe an Spezialitäten zu bieten, die hier am besten schmecken. In puncto Fleisch ist auch hier das Schwein das A und O in der Küche. Vor allem die Schweinshaxe, die eigentlich traditionell für Bayern ist, wurde hier neu interpretiert. Die geröstete Schweinshaxe wird in einer dicken Sauce mit Kartoffelbällchen serviert. Du findest das Gericht praktisch in jedem traditionellen Restaurant der Stadt. Probiere es aber am besten im Haxenhaus, einem über 30 Jahre alten Restaurant am Rhein, das sich für seinen authentischen Vibe rühmt.

Willst du eher einen Snack, dann kannst du dir unabhängig von der Uhrzeit ein Mettbrötchen gönnen. Frisch vom Metzger gibt es auch Leberwurst, die hier dank einer besonderen Würzmischung anders schmeckt. Serviert wird sie auf einem Brötchen mit roten Zwiebeln obendrauf.

Es gibt aber noch viele andere typisch kölsche Gerichte, die wir hier erwähnen sollten. Kartoffelfans werden sich auf Himmel un Äd (Himmel und Erde) stürzen. Das Gericht besteht aus Kartoffelpüree mit Apfelspalten und gebratener Blutwurst. Kölscher Kaviar ist nicht wirklich Kaviar. Vielmehr verstehen die Kölnerinnen und Kölner darunter Blutwurst, die mit einem Stück Brot und Senf serviert wird. Quasi Antipasti auf Kölner Art. Du bist eher für Süßes zu haben? Dann probier doch mal die Muuzemändelcher – frittiertes Gebäck in Mandelform, das vor allem zu Karneval gegessen wird. 

Und falls du noch nichts vom Halve Hahn gehört hast, dann solltest du dieses einfache, aber schmackhafte Gericht probieren. Ein Roggenbrötchen wird mit Butter, Gouda, eingelegten Gurken, Zwiebeln und Senf serviert. Auch wenn dies nicht unbedingt außergewöhnlich klingt – es ist der perfekte Snack für ein paar Kölsch in einer urigen Kneipe.

In Köln kannst du aber nicht nur die regionale Küche entdecken. Eine Vielzahl an Chefs probiert sich in ihrer Kreativität. Ein heißer Tipp ist Le Moissonnier, ein Michelin-Restaurant in Neustadt Nord. Der französische Koch Eric Menchon etablierte sich vor über 30 Jahren als DER Gourmet in Köln. Sein klassisches Bistro zaubert Gerichte der französischen Küche mit einem internationalen Twist. Auf dem Menü findest du ungewöhnliche Leckerbissen wie gegrillten Thunfisch mit Miso-Paste oder geschmortes Kaninchen mit Kimchi.

Nach ein paar guten Häppchen kannst du dich nun durch die regionalen Biere probieren. Das Brauhaus FRÜH am Dom ist die Adresse, wenn du mehr über die Geschichte des Bierbrauens in Köln erfahren willst, begleitet von einigen Gläschen. In der einhundert Jahre alten Brauerei gibt es außerdem einen Biergarten und eine Vielzahl an gemütlichen Sitzplätzen, von wo aus du entspannt den Sonnenuntergang am Dom beobachten kannst.

Sehenswürdigkeiten: Köln

Köln: Sehenswürdigkeiten und vieles mehr
Brutalismus gesellt sich hier zu gotischen Meisterwerken. Credit: Shutterstock

Es gibt in Köln so viel, was du unternehmen könntest. Wo startet man am besten? Eine Erkundungstour dieser Stadt wäre nicht vollständig, wenn du dem berühmten Dom nicht einen Besuch abstatten würdest. Es brauchte mehr als 500 Jahre, bis die Kathedrale fertiggestellt wurde. Genauso wie die Pariser Notre-Dame, ist sie das (religiöse) Wahrzeichen Kölns schlechthin. Trotz des Wandels der Zeit blieben die Erbauer dem originalen Entwurf treu und errichteten die gotischen Pfeiler, Bögen, Streben und Rosetten, um schließlich verdient auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes zu landen. Mit etwas Glück kannst du bei guten Lichtverhältnissen im Innenraum das bunte Farbspiel beobachten, das sich durch die einfallenden Sonnenstrahlen auf dem Boden und den Wänden ausbreitet. Der Kölner Dom (offizieller Name: Hohe Domkirche St. Petrus) ist nur wenige Schritte vom Hauptbahnhof entfernt. Also selbst wenn du nur ein paar Stunden oder einen halben Tag in der Stadt bist, solltest du kurz zum Dom laufen und ein paar Fotos machen.

Museumsliebhaber werden sich in der kulturellen Landschaft Kölns besonders wohlfühlen. Beginne deine Tour im Museum Ludwig. Es ist bekannt für seine moderne Kunst und zählt zu den bedeutendsten Sammlungen in Europa. Du liebst Pop Art? Hier findest du das beeindruckende „M-Maybe“ (1965) von Roy Lichtenstein. Oder doch lieber Picasso? Das Ludwig ist das Zuhause von „Harlekin mit gefalteten Händen“ (1923) und „Frau mit Artischocken“ (1941). Selbst der zynischste Kunstkritiker wird angesichts der Vielfalt der ausgestellten Stücke Gefallen an einem Rundgang durchs Ludwig finden. Der Kölner Dom ist eines der ikonischsten Gebäude Deutschlands und definitiv eine der meistbesuchten Kathedralen Europas. 

Nur wenige Meter vom Dom entfernt in der Altstadt befindet sich der Römerturm. Der um 50 n. Chr. errichtete römische Wachturm aus Kalk- und Sandstein war einst einer von vielen Türmen entlang einer befestigten Mauer, die die Stadt vor Angriffen schützte. Seit 1980 ist der denkmalgeschützte Turm einer der beliebtesten historischen Sehenswürdigkeiten in ganz Köln.  

Neben römischen Stätten gibt es in Köln auch jede Menge Mittelalterliches. Köln hat zwar keine richtige Burg – aber mit der Eigelsteintorburg zumindest Überreste einer Burg, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Und sie ist einer der Instagram-würdigsten Orte in der Stadt. Dank der Restaurationsarbeiten während der preußischen Herrschaft sind noch zwei Türme erhalten. Heute befindet sich in dem Gebäude die Offene Jazz Haus Schule und man kann die Torburg für private Feiern mieten. 

Ohne einen Besuch beim Overstolzenhaus in der Rheingasse 8 ist keine Sightseeing-Tour durch Köln komplett. Das imposante romanische Gebäude lockt mit seiner perfekt erhaltenen Fassade und den Stufengiebeln zahlreiche Besucher an. Das im 13. Jahrhundert von einer der herrschenden Familien Kölns erbaute Haus wurde während der Bombardierung durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber 1955 in seiner früheren Pracht wieder aufgebaut. Heute hat die Kunsthochschule für Medien Köln ihren Sitz in dem Patrizierhaus. 

Die Hohenzollernbrücke ist zweifellos ein Meilenstein der Baukunst: Ihr Bau dauerte vier Jahre und bis heute fahren Güter- und Passagierzüge hier über den Rhein. Die sechsgleisige Konstruktion besteht aus drei nebeneinander liegenden Bögen. Hier überqueren ausschließlich Eisenbahnen, Fußgänger und Fahrradfahrer die mächtige Hohenzollernbrücke über die Fußgänger- und Fahrradwege auf beiden Seiten. Ein beliebtes Highlight ist es, mit dem Fahrrad bei Sonnenuntergang über die Brücke zu fahren oder ein Liebesschloss an das Brückengitter zu hängen und den Schlüssel in den Rhein zu werfen. Denn die Hohenzollernbrücke ist – wie viele andere Brücken in Europa – ein beliebtes Ziel von Verliebten jeden Alters. 

Ein weiteres architektonisches Juwel in Köln sind die berühmten Kranhäuser. Der Komplex aus drei modernen Hochhäusern auf einer Art Stelzen ist kaum zu übersehen, wenn du Köln vom Wasser aus bewunderst. Die aus Glas und Stahl gebauten Kranhäuser liegen im Rheinauhafen in der Altstadt-Süd, ihr Bau dauerte ganze zwei Jahrzehnte (die ersten Entwürfe stammen aus dem Jahr 1991). Die auf dem Kopf stehende L-Form erinnert an die „Cloud Iron“-Wolkenkratzer-Skizzen, die der russische Künstler El Lissitzky 1924 schuf.

Kunstmuseen sollten aber nicht die einzigen auf deiner Liste sein. Eine der beliebtesten Attraktionen ist das Senfmuseum. Es besteht bereits seit über 200 Jahren und zeigt dir in einer spannenden Ausstellung die Wurzeln dieses Gewürzes, den Herstellungsprozess und klärt auf, welche Rolle Köln dabei gespielt hat. Erfahrene Guides erklären die verschiedenen Zutaten, Geschmäcker und Aromen und lassen dich die Varietät sogar verkosten.

Keine Frage: Das Museum Ludwig ist durch und durch beeindruckend. Aber du solltest dir auch das Wallraf-Richartz-Museum und die Fondation Corboud anschauen. Das Wallraf-Richartz ist zwar nicht so groß wie das Museum Ludwig, hat aber eine tolle Sammlung mittelalterlicher Gemälde von deutschen Künstlern sowie zahlreiche Werke von Rembrandt und Rubens.  

Wie in anderen deutschen Städten gibt es auch in Köln viele Parks und Grünanlagen, in denen du die Seele baumeln lassen kannst. Der Botanische Garten im nördlichen „Veedel“ Riehl ist einer der schönsten Parks der ganzen Stadt. Mit seinen über 11 Hektar lockt er jedes Jahr mehr als eine Million Menschen an – und das aus gutem Grund: Hier kannst du über 10.000 verschiedene Pflanzenarten entdecken, an einem der Brunnen entspannen oder die tropischen Gewächshäuser erkunden. Der Sommer ist die perfekte Zeit für einen Besuch, denn dann gibt es im Botanischen Garten viele besondere Veranstaltungen für die Öffentlichkeit, wie Konzerte oder Lichtshows.

Das i-Tüpfelchen auf deiner Kölner Erfahrung wird aber das Schokoladenmuseum sein. Es befindet sich im Hafen und nimmt dich mit auf eine Reise zum Ursprung der Kakaopflanze. Danach wirst du wissen, wie die beliebte Süßigkeit entsteht, kannst aber auch zwischendurch am Schokoladenbrunnen naschen. Im Grand Café solltest du dir die heiße Chili-Schokolade nicht entgehen lassen.

Unterkunft: Köln

25hours Hotel The Circle

Kunst und Architektur treffen im 25hours Hotel The Circle aufeinander. Der renommierte Berliner Interieur-Designer Werner Aisslinger kreierte einen Raum, der funky und funktional zugleich ist. Retro-Futurismus ist das alles beherrschende Konzept, welches sich durch alle 207 Räume zieht. Entfliehe abends deinem Alltag im modernen Restaurant NENI mit Fusionsküche und der angeschlossenen Monkey Bar auf der 8. Etage. Beide bieten dir eine atemberaubende Aussicht auf den Dom.
Die Zimmer sind großzügig geschnitten und vermitteln eine geschmackvolle Atmosphäre mit Beton verkleideten Decken, ovalen Spiegeln und schicken Tapeten. Ein Plus an Komfort bieten die Regenduschen und die Freitag-Taschen, die du für umsonst während deines Aufenthalts nutzen kannst. In größeren Zimmern sind auch Smart-TVs und freistehende Badewannen vorzufinden – da möchte man schon fast nicht mehr vor die Tür gehen.

Köln

CityClass Hotel Residence am Dom

Das CityClass Hotel Residence am Dom ist dank seiner modernen Ästhetik und der Nähe zum Dom ein beliebter Spot. Das Boutique-Hotel, welches nur über 63 Räume verfügt, verwöhnt dich mit Luxus zum Bruchteil dessen, was du normalerweise in High-End-Hotels zahlen würdest. Dich erwarten weiche Samtsofas und eine minimalistische Bar in der Lobby, die im Sommer zudem auch Cocktails auf der Terrasse serviert. Die mit Teppich ausgelegten Einzel- und Doppelzimmer sind mit WLAN, Fernsehern und Klimaanlagen ausgestattet.