Die Elbphilharmonie wurde schon während ihres Baus zu einem Symbol des modernen Hamburgs. Credit: Jonas Tebbe/Unsplash

Hamburg: Sehenswürdigkeiten und vieles mehr

Deutschlands zweitgrößte Stadt bietet einzigartige Einblicke in eine unverwechselbare Kultur

Published 01/06/2021 by Shandana A. Durrani

Hamburg wird oft durch die bekanntere Schwester Berlin überschattet. Das heißt aber nicht, dass die beiden nicht grundverschieden wären. Hamburg wird mit seiner hanseatischen Vergangenheit und den freundlichen Einheimischen jeden Besucher für sich einnehmen können.

Hamburg: Sehenswürdigkeiten und vieles mehr
Hamburg ist ein Magnet für Studenten, Künstler und Karrieremacher. Credit: Julia Solonina/Unsplash

Die Stadt wurde 808 durch Karl den Großen gegründet und spielte deshalb für lange Zeit eine wichtige Rolle in der europäischen Kultur und dem Handel. Viele unterschiedliche Völker nannten Hamburg ihr Zuhause. Gerade deshalb ist diese Stadt durch Widerstand geprägt – die Dänen konnten sie nicht halten, der Schwarze Tod nicht zerstören. Ein Zeichen all dieser historischen Geschehnisse blieb jedoch eindeutig in der direkten Art der Einwohner erhalten. Heute ist die Metropole an der Elbe ein Magnet für Studenten, Künstler und viele mehr. Sie ist die zweitgrößte Stadt Deutschlands, weshalb Hamburg auch heute ein wichtiger Hotspot für Finanzen und Tourismus ist. Lese weiter und du wirst erfahren, wo es die besten Häppchen der Stadt gibt und wie man sich am besten in der quirligen Stadt die Zeit vertreibt.

Von architektonischen Wunderwerken über Seefahrtsmuseen bis hin zu gemütlichen Cafés – in Hamburg gibt es jede Menge Orte, an denen du dir die Zeit wunderbar vertreiben kannst. Obwohl Hamburg nicht viele Museen hat, durchweht die Stadt ein ganz eigenes kulturelles Flair – denn Hamburg ist ganz schön multikulti. Lies weiter, um zu erfahren, wo du in dieser lebendigen Stadt am besten essen, dir die Zeit vertreiben und übernachten kannst.

Hamburg

Essen: Hamburg

Hamburg hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Aber am beliebtesten sind die Restaurants, in denen du traditionelle Fisch- und Meeresfrüchte und mitteleuropäische Küche serviert bekommst. 

Weil Hamburg eine Hafenstadt ist, gibt es natürlich jede Menge Fischspezialitäten. Auf fast jeder Speisekarte wirst du irgendetwas mit Fisch finden – außer natürlich in den vegetarischen und veganen Restaurants. Seit Jahrhunderten fischen die Fischer in den umliegenden Gewässern, vor allem Hering, Aal und ähnliche Meerestiere. Klar, dass das auch die lokale Küche geprägt hat. Überall in der Stadt kannst du Pannfisch, Labskaus (Corned Beef mit Kartoffeln und Gewürzgurken, dazu werden Rote Beete und Matjes serviert) und Fischbrötchen genießen. 

Wenn du ein leckeres Fischgericht in einem Restaurant statt on the go essen möchtest, ist das Jellyfish eine tolle Anlaufstelle: Hier serviert Stefan Fäth, das Wunderkind unter den Köchen, moderne, mehrgängige Gerichte mit nachhaltig gefischten Meeresfrüchten in einem rustikalen und trotzdem eleganten Ambiente. Innen ist die Beleuchtung ziemlich gedimmt, damit du dich richtig zu Hause fühlst.

Hamburg vereint eine Vielzahl an verschiedener Küchen für jeden Geschmack, wobei traditionelles vom Meer und zentraleuropäische Gerichte mit die beliebtesten sind.

Ein Besuch in Hamburg wäre nicht vollständig ohne einen Bummel durch den nicht überdachten Fischmarkt. Jeden Sonntag kommen ungefähr fünfzigtausend Besucher hierher, um frisches aus der See zu probieren und mit nach Hause zu nehmen. Schnappe dir ein Fischbrötchen und gehe damit zum Ufer der Elbe, um dort beim Essen entspannt die Schiffe vorbeiziehen zu sehen.

Wenn du dir ein handfesteres Essen gönnen willst, dann kannst du bei Jellyfish vorbeischauen. Das gastronomische Wunderkind Stefan Fäth serviert moderne Mehrgänge-Menüs aus nachhaltiger Wirtschaft in einem rustikalen Ambiente. Das warme Licht trägt dazu bei, dass man sich hier wie zu Hause fühlt.

Obwohl Fisch natürlich ganz oben auf der Liste steht, hat Hamburg auch einige Adressen für Burger zu bieten. Ja, der Bratling aus Rindfleisch ist vor allem als klassischer „Hamburger“ aus den USA bekannt, aber die Hamburger sind sich dennoch der Herkunft dieses Gerichts bewusst, und das mit Stolz. Begib dich zu The Bird, einer kleinen Kette, die ursprünglich aus Berlin kommt, wo du einen gigantischen Burger mit 250 Gramm Fleisch im New Yorker Stil bekommst, auf den jeder Ami stolz wäre.

Für spezielle Anlässe wird Basil & Mars das richtige Lokal sein. Das geräumige Michelin-Restaurant mit Stern besticht mit Echtholzböden, hohen Decken und hölzernen Tischen, die von leuchtend orangefarbenen Stühlen umgeben sind. Serviert werden mediterrane Spezialitäten mit einem Hauch von Asiatisch. Probiere beispielsweise den Thunfisch mit Wasabi-Salat oder das Lachsfilet mit Sesam, Spinat und Yakitori-Sauce. Die Gerichte sind leicht und frisch, sodass du danach nicht unbedingt ins Bett rollen musst. Das ist eher bei Tomahawk der Fall, einem Steakhouse, das keine halben Sachen auftischt. Wer großen Hunger hat, wird diesen Laden lieben, eine leichtere Alternative gibt es mit dem kleineren Lunch-Menü dennoch.

In Hamburg müssen aber auch Veganer auf nichts verzichten. Wer chinesische Küche mag, der wird von der Auswahl bei Cai Kitchen begeistert sein. Das Szechuan-Restaurant befindet sich im Karolinenviertel. Scharfe und aromatische Speisen wie Wantan-Suppe mit eingelegtem Radieschen oder Reisnudeln mit Soja, Kimchi und fermentierter Chili-Paste kitzeln den Gaumen.

Sehenswürdigkeiten: Hamburg

Hamburg ist weniger für eine große Museumslandschaft denn für eine bunte Partyszene bekannt. Wenn es dunkel wird, lebt die Stadt erst richtig auf. Hamburg hat aber noch viele andere Sehenswürdigkeiten zu bieten – ideal für eine kleine oder größere Kulturtour. Hier sind unsere Top-Tipps für Hamburg. 

Ganz oben steht natürlich die Elphi: Der 2016 abgeschlossene Bau der Hamburger Elbphilharmonie kostete sage und schreibe rund 899 Millionen Euro. Sie liegt in der HafenCity am rechten Ufer der Norderelbe, dort, wo sich früher ein anderes Wahrzeichen der Stadt befand: der Kaispeicher, ein 1963 erbauter Tabakspeicher. Die Glasfassade des Gebäudes erinnert an Segel oder Wellen, was in der Hansestadt Hamburg durchaus Sinn ergibt. Neben drei Sälen für Konzerte und Shows beherbergt die Elphi das Vier-Sterne-Hotel Westin mit Spa, den Störtebeker-Biergarten und -Restaurant (mehr dazu später) und Apartments. 

Der „Michel“, wie die Kirche Sankt Michaelis in der südlichen Neustadt liebevoll genannt wird, ist Hamburgs berühmteste Kirche und eine der bedeutendsten Barockkirchen in ganz Deutschland. Der Backsteinbau, ein echtes Wahrzeichen der Stadt, bietet Platz für bis zu 200 Menschen. Über dem Portal ist eine übergroße Figur des Erzengel Michael, der im Kampf Satan besiegt. Im Jahr 1906 brannte die Kirche nieder. Der Wiederaufbau wurde umgehend in Angriff genommen und sechs Jahre später abgeschlossen. 

Hierzulande liebt man Märkte – und Hamburg ist da keine Ausnahme: Was wäre ein Besuch in der Stadt, ohne einen Abstecher zum Altonaer Fischmarkt? Schließlich gehört er zu den beliebtesten kulinarischen Zielen in Hamburg. Seit dem 18. Jahrhundert bieten Fischer und Handwerker auf dem weitläufigen Gelände in Altona-Altstadt ihre Waren an. Während die meisten Geschäfte sonntags geschlossen sind, brummt der Fischmarkt an diesem Tag. Und es geht laut zu: Um die Aufmerksamkeit der Besucher zu gewinnen und Fisch, Gemüse, Obst und Blumen an den Mann bzw. die Frau zu bringen, überbieten sich die Händler gegenseitig. Auch lebende Tiere wie Kaninchen, Hasen und Brieftauben kannst du hier kaufen. In den Sommermonaten pilgern mehr als 70.000 Menschen zur angrenzenden Altonaer Fischauktionshalle, um zu shoppen und Live-Jazz oder -Rock zu genießen. Wenn du dem Trubel ein bisschen entkommen möchtest, setz dich mit einem Fischbrötchen ans Elbufer und schau dir die vorbeiziehenden Schiffe an.

Nicht weit von Altona-Altstadt entfernt liegen die St. Pauli-Landungsbrücken. Seit mehr als 800 Jahren ist die Hansestadt ein wichtiger Hafen, in dem Personen- und Frachtschiffe Halt machen, um zu verweilen oder Handel zu treiben. Als die Schifffahrt im 19. Jahrhundert richtig boomte, wurde die Stadt reich und mächtig. Die Landungsbrücken sind ein Zeichen für die Seemacht, die Hamburg einst war. 

Ursprünglich wurde die Anlegestelle 1839 als Terminal für Dampfschiffe erbaut und erlebte einen regen Schiffsverkehr – von Ozeandampfern bis zu Frachtschiffen. Heute fahren von den Landungsbrücken aus Fähren in die Umgebung, zum Beispiel auch nach Helgoland. Ein besonderer Hingucker sind die beiden grünen Kuppeln auf den Türmen, die die aktuelle Uhrzeit und den Wasserstand anzeigen. Die Landungsbrücken stehen unter Denkmalschutz, beherbergen aber trotzdem eine U- und S-Bahnhaltestelle. 

In der Nähe der St. Pauli-Landungsbrücken findest du den Alten Elbtunnel und viele alte Schiffe. Hier kannst du dich treiben lassen, in einem der zahlreichen Restaurants etwas essen und typisch maritime Souvenirs kaufen. 

Die Rock-Szene in Hamburg ist zwar kleiner als beispielsweise in Berlin; aber die Stadt hat eine Geschichte, mit der nur wenige mithalten können. Hier begann nämlich die Karriere von ein paar Jungs aus Liverpool … 1960 traten die Beatles, die damals aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Pete Best bestanden, im Indra auf, einem Club in St. Pauli, den es heute noch gibt. Über drei Monate und 50 Konzerte hinweg lockten die Beatles hier mit ihren energiegeladenen Live-Shows, Cover-Versionen und eigenen Songs Musikfans aller Couleur an. Leider schlossen die Behörden den Club, weil sich Nachbarn über den Lärm beschwert hatten. Die Beatles mussten weiterziehen. Heute dürften einige Leute das ziemlich bedauern …  Um diese frühen Jahre der Beatles und ihre Zeit in Hamburg geht es im Film Backbeat von 1994. 

Fans finden auf dem Beatles-Platz in der Nähe der Reeperbahn ein Denkmal in Form einer Platte, auf der die Metallumrisse der Fab Four stehen. Das Denkmal wurde 2008 errichtet. Echte Beatlemaniacs können hier mit ihren Idolen für coole Insta-Pics posen. 

Eine große LGBTQIA-Szene etablierte sich hier, und zusammen mit ihr zig Clubs und Bars, die alle Gäste willkommen heißen. Der berühmte Bezirk St. Pauli in der Nähe der Reeperbahni st genau die richtige Adresse für alle, die nach einer alternativen Umgebung suchen. Wer House mag, der wird auf den Tanzflächen von 136 The Club ein minimalistischer grooven können. Ein minimalistischer Ort mit barocken Möbeln – eine solche Fusion funktioniert in Hamburg. Die „traditionelle“ alternative Szene findet sich bei Wunderbar, einer bereits seit ungefähr drei Jahrzehnten existierenden Bar, die zur wahren Ikone der Gegend aufgestiegen ist.

Willst du musikalisch eher in Richtung Hip-Hop und Rock gehen, dann wirst du dich bei Uebel & Gefährlich gut aufgehoben wissen. An manchen Abenden spielen auch live coole DJs, die den Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg ordentlich zum Kochen bringen.

Wer gerne einen entspannten Abend mit ein paar Bier in der Hand verbringt, wird hier nicht links liegen gelassen. Einheimische und Besucher ziehen zum Gröninger, der ältesten Brauerei der Stadt. Kupferkessel nehmen gekonnt den Platz ein zwischen Pfeilern aus rotem Backstein, langen Holztheken und Fasstischen. Das Pilsner ist hell und leicht im Geschmack, aber trocken im Abgang, gekrönt von einem cremigen weißen Schaum.

Auch wenn die Gröninger Privatbrauerei die berühmteste ist, hat sich die Störtebeker Brauerei in der Elbphilharmonie zu einem echten Hotspot für Craft-Beer-Liebhaber gemausert. Im Sommer kannst du nach einem klassischen Konzert ein köstlich-erfrischendes Bier im Biergarten genießen. Das ganze Jahr über bieten Biersommelier Verkostungen ihrer vielen sorgfältig gebrauten Spezialitäten an. Und selbst wenn Bier nicht so dein Fall ist: Bei einem solchen Tasting lernst du eine Menge über Biere und Braukunst und kannst dabei viele unterschiedliche Sorten probieren, vom IPA bis zum Pils.

Unterkunft: Hamburg

Strandhotel Blankenese

Das Art Deco Strandhotel Blankenese heißt mittlerweile seit über einhundert Jahren Gäste in der Hansestadt willkommen. Das Boutique-Hotel wurde 2009 renoviert und bietet seinen Besuchern eine Auswahl an Zimmer und Suiten an, die allesamt mit Bulgari-Keramik und modernen Kunstwerken ausgestattet sind. Viele der Räume punkten mit einem Blick auf die Elbe. Die Betten sind mit weißen Federdecken und bunten Tagesdecken ausgestattet, was sie elegant und gleichzeitig gemütlich wirken lässt.

Sessel aus Leder, mit Brokat bespannte Wände und Bäder mit Regenduschen vervollständigen das luxuriöse Ambiente. Entscheidest du dich für ein Einzelzimmer, dann wirst du dich so gemütlich wie in einem Pariser Chambre sous combles fühlen.

Genieße dein Frühstück, Kuchen und Snacks im Salon, der mit roten und rosa Samt-Stühlen und braunen Ledersofas ausgestattet ist. Hier kannst du die Menschen durch die bodentiefen Fenster an dir vorbeiziehen sehen, während du an deinem Kaffee genießt.

Hamburg

Hotel Mare

Gemütlich und weltoffen, bietet dir das Hotel Mare ein Gefühl von Zuhause weit weg von deinem eigentlichen Zuhause. Du wirst von den Mitarbeitern freundlich begrüßt und in einen Plausch verwickelt, während du auf dein Zimmer begleitet wirst. Die hellen und geräumigen Räume, viele davon mit Balkonen ausgestattet, zaubern mit ihren hölzernen Böden und der Aussicht auf die Straßen Hamburgs ein nostalgisches Gefühl. Hier lässt es sich am besten entspannen, wenn du eine lange Nacht unterwegs in Hamburg hinter dir hast.
Das Frühstück wird in einem urigen Saal mit Holztischen serviert. Beim Essen kannst du die Idylle des Gartens auf dich wirken lassen, der von den Fenstern aus zu sehen ist. Bei gutem Wetter kannst du auch rausgehen und hier bei einem Tee oder Kaffee deine Pläne für die Erkundungstour schmieden. Nach einem Tag voller Eindrücke kannst du in der Badewanne mit einem Buch in der Hand relaxen. Die Betten sind komfortabel und laden dazu ein, vor deiner Abreise nochmal ordentlich Schlaf zu tanken.