Überwintern

Willkommen zur fünften Ausgabe von The Window Seat. Da die Reisemöglichkeiten nach wie vor eingeschränkt sind, konzentrieren wir uns zu Beginn des neuen Jahres auf Orte, die du online oder ganz in der Nähe erkunden kannst.

Bestaune Kunstwerke wie Yves Kleins "Grande Anthropophagie bleue" bequem und sicher von zu Hause aus. Credit: Pauline Loroy/Unsplash

You Gotta Have Art

Hol dir die Kunst mit diesen kostenlosen virtuellen Museumssammlungen nach Hause

Angesichts der vielversprechenden Nachrichten über einen COVID-19-Impfstoff können wir uns nun auch wieder um unsere psychische Gesundheit kümmern, insbesondere wenn wir uns auf unser kollektives Comeback nach der Pandemie vorbereiten wollen. 

Experten sind sich einig, dass die Beschäftigung des Geistes einen Einfluss darauf hat, wie wir uns fühlen, und nichts verbessert unsere Stimmung wohl so sehr, wie der Blick auf etwas Ästhetisches. Es ist dieses Gefühl der Ruhe, das entsteht, wenn man vor einer antiken Skulptur oder einem ikonischen zeitgenössischen Kunstwerk steht. 

Während des ersten Lockdowns stellten viele große Museen auf der ganzen Welt ihre Sammlungen online zur Verfügung – du kennst sie wahrscheinlich schon. Doch es gibt auch kleinere Galerien und Museen auf der ganzen Welt, die freien Zugang zu ihren Ausstellungen anbieten. Hier ist unsere Auswahl für diese weniger bekannten, aber nicht weniger wertvollen Kunstausstellungen.

Griechenland verlangt derzeit von allen Besuchern das Ausfüllen eines Passagierformulars für die Einreise, doch das erledigt sich von allein bei einem virtuellen Besuch des Benaki Museums. Das Museum wurde 1930 in Athen von Antonis Benakis, einem prominenten Mitglied der griechischen Diaspora, gegründet. Ziel des Museums ist es, den interkulturellen Dialog anzuregen und gleichzeitig die griechische Geschichte und Innovation zu feiern. Obwohl das Museum für physische Besuche geschlossen ist, kann man in einem virtuellen Rundgang mehr als 40.000 Objekte der griechischen und islamischen Sammlung durchstöbern. Die Besucher erhalten eine 360-Grad-Ansicht der Werke mit Audioclips in mehreren Sprachen. 

Während die Reise nach Den Haag in den Niederlanden aktuell nicht gestattet ist, hat man doch die Möglichkeit, das Mauritshuis – ein Museum, das im 18. Jahrhundert von Prinz Wilhelm V. gegründet wurde – über das Internet zu erkunden. Während viele Besucher der Niederlande vor allem auf Van Gogh fokussiert sind, beherbergt das Mauritshuis niederländische Meisterwerke des Barock, von denen Vermeers „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ das berühmteste ist. 

Bestaune mehr als 200 niederländische und flämische Gemälde über die kostenlose App oder klicke auf den Abschnitt „Mauritshuis at home“ auf der Website des Museums, um eine Führung durch die kuratierte Ausstellung von Geert-Jan Borgstein zu genießen. Das Museum bietet auch Online-Workshops zu den Themen Zeichnen, Malerei und Fotografie sowie weitere Live-Streams an.

Das Gebäude, das heute das Mauritshuis-Museum beherbergt, war ursprünglich das Wohnhaus von Johan Maurits Fürst von Nassau-Siegen. Credit: Shutterstock

Aktuell ist auch eine Reise nach Los Angeles in den Vereinigten Staaten nicht möglich. Doch während wir von Kalifornien träumen, können wir virtuell in die Stadt der Engel flüchten. The Broad wurde 2015 von den Philanthropen Eli und Edythe Broad gegründet und präsentiert mehr als 2.000 Werke zeitgenössischer Kunst, von denen viele eine Leihgabe anderer Galerien und Museen sind. Auf der Website des Museums, insbesondere im Abschnitt #thebroadfromhome, findest du Vorträge der Kuratoren Ed Schad und Sarah Loyer sowie Videos zur Ausstellung “LA Intersections: Music, Language and Movement” und Clarissa Tossins “Light and Space”, die den fünften Jahrestag von The Broad feiert. Über die Social Media-Kanäle können Familien auch an Workshops teilnehmen.

Auch Paris befindet sich im Lockdown, doch das bedeutet nicht, dass man das Centre Pompidou nicht trotzdem erkunden kann. Die 1977 von den Architekten Renzo Piano und Richard Rogers entworfene Glas- und Metallkonsturktion, die mit bunten Röhren verkleidet ist, ist ein Mekka für zeitgenössische Kunst. Auf der Website des Centre Pompidou kannst du unter anderem ausgewählte Podcasts über Man Rays „Homard“ und Charles Lapicques „Marine nationale“ hören. Online-Dozenten leiten Diskurse über Konsumismus, Utopie und Feminismus zu einigen der ikonischen Stücke des Museums. Auch Meisterklassen können besucht werden, wie zum Beispiel diesen Monat die über das künstlerische Schaffen von Frauen.

New Mexico ist nicht unbedingt als Museums-Hot Spot bekannt, doch die Stadt Santa Fe mit ihrer Künstlerkolonie bildet eine Ausnahme. Das Georgia O’Keeffe Museum wurde 1997 eröffnet, um eine der bedeutendsten amerikanischen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts zu ehren. Die Galerie in der Innenstadt setzt ihrer Hingabe an die Moderne und den amerikanischen Westen durch Gemälde, Briefe und Fotografien ein Denkmal. Klicke auf „O’Keeffe from Anywhere“ für persönliche Geschichten oder eine Videotour durch ihr Zuhause und die Sammlung des Museums. Unser Lieblingsbeitrag? Die Live-Übertragung aus dem Garten der Künstlerin in ihrem Haus in Abiquiú. Hier kannst du den Pflanzen buchstäblich beim wachsen zusehen!