Nähren

Willkommen zur neuesten Ausgabe von The Window Seat. Diesen Monat „nähren“ wir unseren Körper und erfreuen unseren Gaumen mit Beiträgen über gutes Essen und Trinken.

Mach dich bereit, Europas fünf größte Hauptstädte und ihr Essen zu erkunden. Credit: Gabriella Clare Marino/Unsplash

Hauptstädte auf kulinarisch

Entdecke, wie Europas fünf Top-Metropolen leben und essen

Europas größte Hauptstädte sind alle auf ihre Weise faszinierend, aber je nachdem, welcher Typ Mensch du bist, wird dich eine der Fünf – Berlin, London, Madrid, Paris und Rom – mehr ansprechen als die anderen. 

Noch können wir diese kulturellen Mekkas nicht wieder in vollen Zügen genießen, also lass uns stattdessen deinen Appetit mit dieser Ode an ihr Essen und die Kulturen anregen, die sie so reich und einzigartig machen. 

Berlin 

Als Berlins ehemaliger Bürgermeister Klaus Wowereit die Stadt „arm, aber sexy“ nannte, wurde dies zum inoffiziellen Slogan für die deutsche Hauptstadt. Bekannt für ihre komplexe Geschichte, ist die Stadt seit langem ein Verfechter von Untergrund- und Alternativkulturen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass du über einzigartige Bars, Restaurants und Cafés stolpern wirst, die von Berlins Wunsch, sich von der Masse abzuheben, inspiriert wurden.

Auch wenn Berlin nicht unbedingt als kulinarischer Hotspot bekannt ist, so ist es doch eine Stadt des leckeren Essens für unterwegs, das den Geldbeutel nicht allzu sehr belastet. Der allseits beliebte Döner (der angeblich von einem türkischen Einwanderer nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin erfunden wurde) ist ein offenes Sandwich, das bis zum Rand mit frisch geschnittenem Lammfleisch und knackigem Gemüse gefüllt ist. Das beste ist jedoch die Sauce und du kannst gleich aus drei verschiedenen wählen: Knoblauch, Kräuter oder scharf. Dieses sättigende und handliche Sandwich findest du an Imbissen in der ganzen Stadt. Jung und alt lieben ihn gleichermaßen, sei es als sparsames Mittagessen oder als dringend benötigter Happen nach Feierabend. 

Entdecke Berlin durch die Augen eines Einheimischen mit unserem Stadtführer

London

In der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs ist immer etwas los. Nachdem sie vor vielen Jahren ihren Ruf als kulinarisches schwarzes Loch abgeschüttelt hat, ist gutes Essen nun Teil des „Work hard, play hard“-Ethos der Stadt. Vom Besuch eines Lebensmittelmarktes in Hackney bis hin zum Ausprobieren des neuesten Food-Trends – die Frage „wo essen wir als nächstes“ ist in aller Munde. Die Energie ist spürbar und selbst der entspannteste Tourist steht Schlange, um den neuesten Trend zu probieren.

Und doch geht es in London auch traditionell zu, denn viele Einheimische lieben nichts mehr als einen Ausflug in den Pub. Pubs sind ein Grundpfeiler der englischen Kultur und halten die Londoner seit Jahrhunderten bei Laune. Es erwarten dich bequeme, abgenutzte Stühle, einladende Feuer und erfrischende Getränke – alles eine Erweiterung des Heims der Menschen. Für einen hektischen Londoner ist ein fauler Sonntag mit Freunden bei einem Roast-Dinner mit Roastbeef oder Hühnchen, mit Gemüse und Soße die beste Art, sich vom Alltag zu erholen. 


Entdecke weitere trendige Orte zum Essen mit unserem East London Stadtführer.

Madrid 

Nicht so touristisch wie Barcelona, ist die spanische Hauptstadt für ihre freundlichen Einheimischen und das pulsierende Nachtleben bekannt. Obwohl die meisten Madrileños die vielen sonnenverwöhnten Tage in einem der malerischen Parks oder auf einer lichtdurchfluteten Restaurantterrasse genießen, erwacht Madrid erst richtig zum Leben, wenn die Sonne untergeht. Bars und Restaurants in Barrios (Vierteln) wie Chueca strömen auf die Straßen und schaffen eine lebhafte Atmosphäre. Damit die Gäste nicht zu beschwipst werden, servieren die meisten Bars Bocadillo de calamares, ein Sandwich mit frittierten Calamari. Einfach perfekt, um bei klarem Verstand zu bleiben und sich bis tief in die Nacht zu unterhalten.

Madrid ist ein Schmelztiegel der spanischen Esskulturen. Deshalb ist es nicht überraschend, dass die Tapas so beliebt sind und zur sozialen Natur der Stadt beitragen. Sich Zeit zu nehmen, um zu entspannen und das Leben wirklich zu genießen, ist hier das offizielle Motto. Das spanische Wort sobremesa beschreibt die Zeit, die man nach dem Essen am Tisch verbringt – direkt nach dem Essen zu gehen, ist in Madrid einfach nicht üblich. Die Einheimischen schätzen die Kunst des Plauderns und Trinkens, lange nachdem die Teller geleert und weggeräumt wurden.

Erfahre mehr über Madrids einladenden Zeitgeist mit unserer Daytrippers-Serie.

Paris 

Die Pariser haben den etwas unverdienten Ruf, unnahbar zu sein, aber eines ist sicher: Sie wissen, wie man die schönen Seiten des Lebens genießt. Die französische Hauptstadt ist stolz auf ihren Einfluss auf Kunst, Mode und Kultur. Es ist leicht, sich in der Pracht der Stadt zu verlieren – die palastartigen Jugendstilgebäude des 16. Arrondissements zum ersten Mal zu sehen, ist beeindruckend. Und wie der Schönheit kann man sich auch der Liebe zum Essen nicht entziehen. Vom Streetfood bis zur Haute Cuisine, die Franzosen sind kulinarische Meister. Bistros säumen die von Bäumen gesäumten Straßen und bieten kultige Gerichte wie französische Zwiebelsuppe und Beefsteak Tartare an. Ein echter Pariser Klassiker ist das Croque Monsieur, ein kunstvolles Schinken-Käse-Sandwich – die französische Version besteht aus frisch gebackenem, geröstetem Brot, Schinken und viel Gruyère-Käse. Das Croque Monsieur tauchte erstmals 1910 auf den Speisekarten von Bistros auf und war ursprünglich als schneller Happen für die Männer von Paris gedacht, aber heute ist es für jeden Pariser ein Muss.

Gönne dir eine fabelhafte Reise nach Paris mit den Tipps aus unserem Stadtführer

Rom 

Italiens Hauptstadt ist ein üppiger Mischmasch aus alter Geschichte und modernen Annehmlichkeiten. Die historischen Gebäude der Stadt sind für alle sichtbar und machen die Idee von la passeggiata – einem lockeren, abendlichen Spaziergang – immer verlockend. Diese beliebten Spaziergänge sind die perfekte Gelegenheit, um die vielen kleinen Happen und Snacks zu genießen, die die kulinarische Tradition der Stadt ausmachen. Supplì, eine frittierte Krokette aus Risottoreis, Tomatensoße und Mozzarella, ist besonders erwähnenswert. Sie stammen aus den 1700er Jahren und sollen ihren Namen von französischen Truppen erhalten haben, die von ihrem strähnigen Mozzarella-Herz überrascht waren. Sie werden in den „Friggitoria“ (auf Frittiertes spezialisierte Imbisse) in der ganzen Stadt serviert und stellen hungrige Einheimische und Touristen gleichermaßen zufrieden.

Essen und Unterhaltung sind das Herz und die Seele der italienischen Kultur, also folge den lokalen Gepflogenheiten und gehe mit deinen Freunden in eine familiengeführte Trattoria in Vierteln wie Testaccio und genieße Roms bescheidene, aber köstliche Spaghetti Carbonara, frische Pasta, umhüllt von einer himmlischen Mischung aus Ei, Schafskäse und Speck. Bellissimo! 
Mach dich bereit für einen echten Rom-Urlaub mit unserem Stadtführer, der voller Insider-Wissen steckt.