Nachhaltigkeit

Willkommen zur neuesten Ausgabe des Magazins The Window Seat. Diesen Monat dreht sich alles um Nachhaltigkeit und wie du auch auf Reisen das Wohl des Planeten im Hinterkopf behalten kannst.

Auch zu Zeiten des Coronavirus ist der Kampf gegen den Klimawandel aktueller denn je. Credit: EyeEm

Jenseits von Greta

Wir haben uns an fünf junge Umweltaktivisten gewandt, um über die Zukunft unseres Planeten zu sprechen

Wir leben in unsicheren Zeiten. Der weltweite Ausbruch von COVID-19 hat uns dazu gebracht, unser Leben in jeder Hinsicht neu zu bewerten. Dinge, die uns früher Sorgen gemacht haben, scheinen nicht mehr wichtig zu sein. Die Pandemie hat auch darauf aufmerksam gemacht, was wir unserem Planeten antun und dass die Uhr fünf vor zwölf geschlagen hat. 

Junge Aktivisten auf dem ganzen Planeten haben sich der schwedischen Teenagerin Greta Thunberg, dem inoffiziellen Gesicht der Umweltbewegung, angeschlossen und protestieren für eine bessere Zukunft. Wir sprachen mit fünf der inspirierendsten unter ihnen über ihre Tipps, wie man nachhaltig lebt und reist – sobald es wieder möglich ist.

Junge Menschen auf der ganzen Welt haben zu Veränderungen und Maßnahmen aufgerufen und werden dies auch weiterhin online tun. Credit: EyeEm

Tolmeia Gregory, Cheltenham, Vereinigtes Königreich

Tolmeia Gregory ist eine 20-jährige nachhaltige Mode-Bloggerin.

Was sind deine Tipps für nachhaltiges Reisen?
Wir müssen öffentliche Verkehrsmittel subventionieren und sicherstellen, dass weniger nachhaltige Optionen besteuert werden. In Bezug darauf, wie wir als Einzelpersonen nachhaltiger reisen können, denke ich, dass es ein großer Schritt in die richtige Richtung ist, Flüge auf notwendige Reisen zu beschränken (z. B. Familienbesuche) und zu versuchen, so viel wie möglich andere Verkehrsmittel zu nutzen. Sprich auch mit deinen lokalen Politikern, damit sie wissen, dass ihr wollt, dass sie sich auf dieses Thema konzentrieren. Forder Klimamaßnahmen, egal auf welche Weise!


Was tust du im alltäglichen Leben, um etwas zu verändern?
Ich arbeite mit der lokalen Gruppe von Extinction Rebellion [eine gewaltfreie Umweltgruppe, die sich auf zivilen Ungehorsam konzentriert] zusammen. Ich verbringe viel Zeit damit, auf lokaler Ebene an Dingen zu arbeiten, anstehende Aktionen zu organisieren und Ideen zu entwickeln, wie wir etwas verändern können. Im Zuge der Pandemie habe ich auch darüber nachgedacht, wie Klimaaktionen und Aktivismus für mich persönlich aussehen, und ich habe entschieden, meine Arbeit als Künstlerin als eine zentrale Rolle zu betrachten.

Monika Poppy, London, Vereinigtes Königreich

Monika Poppy ist eine Influencerin und Editorin. Sie hat einen akademischen Hintergrund in den Bereichen Öl und Gas sowie nachhaltige Entwicklung. 

Was sind deine Tipps für nachhaltiges Reisen?
Ich denke, Innovation und Technologie [sind] der Weg in die Zukunft. Fordere deine Regierung und den Stadtrat auf, emissionsreduzierende Technologien und saubere Energie weiter zu entwickeln und in sie zu investieren. Das ist im Grunde das, was uns retten wird, denn ich denke, die Empfehlung „mehr zu Fuß zu gehen“ ist für viele Menschen, die beruflich unterwegs sind, nicht machbar. Du kannst dich aktiv beteiligen, wenn du wählen gehst oder Petitionen unterschreibst. Du kannst sogar durch grüne Technologie und ethische Fonds helfen.


Was tust du im alltäglichen Leben, um etwas zu verändern?
Ich empfehle, in die Natur zu gehen oder sich über Nachhaltigkeit zu informieren […]. Ich denke, es ist wichtig, sich mit der Natur zu verbinden, um sich daran zu erinnern, wofür wir kämpfen und sie zu erhalten. Das kann besonders schwierig sein, wenn man in Großstädten lebt. Seit Beginn der Pandemie habe ich meine Follower über Produkte und Dienstleistungen informiert, die ich für hochwertig und nachhaltig halte.

David Wicker, Turin, Italien

David ist ein 16-jähriger Klimaaktivist aus dem Susa-Tal in der Nähe von Turin, Italien. Seit mehr als einem Jahr streikte er jeden Freitag für Klimagerechtigkeit. 

Was sind deine Tipps für nachhaltiges Reisen?
Um das Reisen nachhaltiger zu gestalten, ist es vor allem wichtig, nicht zu fliegen, sondern nachhaltigere Verkehrsmittel zu nutzen.

Was tust du im alltäglichen Leben, um etwas zu verändern?
[Meine Klassenkameraden und ich] haben wöchentlich gestreikt [und] fast jeder Streik ist anders, da wir versuchen, uns auf viele Aspekte des Klima-Notstands zu konzentrieren. In Turin haben wir es auch geschafft, dass das Rathaus den Klima-Notstand ausgerufen hat. 

Aufgrund des Lockdowns habe ich es nicht geschafft, so aktiv zu bleiben, [weil] ich ziemlich weit weg von jeder großen Stadt wohne, also war es ziemlich schwer, auf dem Laufenden zu bleiben.  Trotzdem habe ich [online] weitergemacht und wir überlegen jetzt, was wir für den nächsten internationalen FFF-Gipfel tun können.

Holly Gillibrand, Fort William, Schottland

Holly ist eine 15-jährige Kolumnistin und Botschafterin für den ökologischen Wiederaufbau Schottlands, einer Gruppe, die sich dem Schutz der einheimischen Flora und Fauna verschrieben hat.

Was sind deine Tipps für nachhaltiges Reisen?
[Sobald wir die Pandemie überstanden haben,] beschränkt eure Reisen so weit wie möglich, aber wenn ihr wegfahren müsst, sind Bahn oder Bus und zu Fuß oder mit dem Fahrrad die umweltfreundlichsten Optionen. Lasst das Auto zu Hause und nehmt keine Flugzeuge oder Kreuzfahrtschiffe: Das sind echte Umweltkatastrophen.


Was tust du im alltäglichen Leben, um etwas zu verändern?
[Wir] sollten alle gewissenhaft mit den persönlichen Entscheidungen umgehen, die [wir] treffen, wie z. B. die Lebensmittel, die man isst, die Sachen, die man kauft und wie man reist. Wir haben auch eine Menge Macht jenseits unserer Konsumentscheidungen und wir müssen diese Macht erkennen und sie auf jede erdenkliche Weise in die Tat nutzen. Nutzt eure Stärken. Ich schreibe zum Beispiel sehr gerne, also nutze ich das, um durch Kolumnen, Artikel und Meinungsäußerungen das Bewusstsein zu verbessern und die Initiative zu verbreiten, so gut ich kann.

Livia Van Heerde, Wien, Österreich, und London, EnglandLivia Van Heerde, Vienna, Austria, and London, England

Livia hat einen Bachelor of Science in Umweltwissenschaften und studiert derzeit im Master of Science Klimawandel am University College London. Sie teilt ihre Zeit zwischen Österreich und dem Vereinigten Königreich auf.

Was sind deine Tipps für nachhaltiges Reisen?
Ich würde empfehlen, auf Reisen länger an einem Ort zu bleiben, damit du wirklich das Beste aus deiner Reise machst und den Ort so gut wie möglich erkunden kannst, um zu vermeiden, dass du nach kurzer Zeit wieder dorthin fährst, weil du noch nicht alles gesehen hast. Ich würde auch empfehlen, den Konsum von tierischen Produkten und verpackten Produkten wie Wasserflaschen auf deiner Reise zu [reduzieren], um deinen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Du kannst auch deine Kohlenstoffemissionen ausgleichen. Es gibt viele Websites im Internet, auf denen man das tun kann. Stelle sicher, dass du vorher ein wenig recherchierst, um die beste [Website zu finden, die dabei hilft].

Was tust du im alltäglichen Leben, um etwas zu verändern?
Nach dem COVID-19-Ausbruch verlegten wir die „Fridays for Future“ in unsere Häuser und die Leute wurden ermutigt, ihren Aktivismus online zu betreiben. Ich nahm an Online-Podiumsdiskussionen zum Thema Nachhaltigkeit teil und teile weiterhin Nachrichten zum Klimawandel in den sozialen Medien. 

Ich habe die Zeit genutzt, um an neuen Projekten zu arbeiten und laufende Projekte zu verbessern. Ich habe das Eventmanagement-Team der Friday Nights [eine gemeinnützige Kunst- und Musikveranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit UNICEF] beraten, um ihr Ziel zu erreichen, eine nachhaltige Veranstaltungsreihe zu werden. 

Ein neues Projekt, das mir sehr am Herzen liegt … ist ein in Wien und London angesiedeltes Nightlife-Erlebnis namens Climate Nights, das auf den Klimawandel aufmerksam machen und gleichzeitig Geld für Umweltzwecke sammeln will.