Festlichkeit

Willkommen zur dritten Ausgabe von The Window Seat. In diesem Monat dreht sich alles um Themen der „festlichen“ Jahreszeit, die dir helfen, besinnlich mit der Familie und Freunden zu feiern.

Die Skyline Salzburgs wird durch seine mittelalterlichen Türme, die Alm und die Festung Hohensalzburg geprägt. Credit: Gerhard Reus

72 Stunden in Salzburg

Zelebriere die Feiertage in einer traditionsreichen Stadt mit viel Musik

Wie in den meisten beliebten Städten Europas sind die Straßen Salzburgs ungewöhnlich leer. Spitzenrestaurants akzeptieren Walk-Ins und Mozartkugel-Shops – kitschige Mekka für Touristen – bedienen vor allem wieder Einheimische. Aber ob Pandemie oder nicht, der einzigartige Charme Salzburgs wird dich während deines Aufenthalts in seinen Bann ziehen. Die religiöse Atmosphäre ist fast greifbar – die Stadt wurde einst von Erzbischöfen regiert, was zu einer Vielzahl an Kirchen führte. Dies macht Salzburg zu einem idealen Ort für den Start in die Feiertage.

Salzburg ist auch ein Anziehungspunkt für Musikliebhaber und die Heimat der Salzburger Festspiele, des größten Klassik-Festivals der Welt, das im August 2020 sein 100-jähriges Bestehen feierte (natürlich mit Sicherheitsvorkehrungen). Und Salzburg ist eben auch der Geburtsort von Wolfgang Amadeus Mozart und diente bekanntlich als Kulisse für The Sound of Music

Die Alpenstadt ist meist ein Zwischenstopp für Ausflüge in die Natur wie zum Salzkammergut, dem Königssee und Hallstatt oder für Ski-Urlaube im Winter. Doch die traditionsreiche Stadt hat viel mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vermutet. Also läute die Ferienzeit mit 72 Stunden in Salzburg ein. 

Salzburg
Bewunder die architektonischen Meisterwerke der Altstadt vom Stiegl-Keller aus. Credit: Gerhard Reus

Herumkommen: Salzburg ist eine Stadt, die man gut zu Fuß erkunden kann. Entfernungen werden leicht in weniger als 15 Minuten zurückgelegt. Sie ist auch fahrradfreundlich, mit großzügigen Fahrradwegen entlang der Salzach. Elektronisch betriebene Trolleys und Busse stehen zur Verfügung, aber die Passagiere sind verpflichtet, an Bord eine Schutzmaske zu tragen. 

Tag eins

Beginne deinen ersten Tag mit einem Frühstück im Café Wernbacher. Trotz des Besitzerwechsels nach dem Lockdown durfte das stilvolle Interieur aus den 1950er Jahren – mit rotem Samt überzogene Sitzgelegenheiten und dunkles Holz – bleiben. Auf der Frühstückskarte des Cafés befinden sich Leckereien wie fluffige Pfannkuchen mit Beeren und die Buddha Bowl mit reichlich Vitamin C. 

Frisch gestärkt geht es ins nahe gelegene Schloss Mirabell. Das Schloss wurde 1606 von Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau für seine Geliebte Salome Alt erbaut und verfügt über kunstvoll gestaltete Innenräume und prachtvolle Gärten. Vielleicht erkennst du sogar den Pegasusbrunnen und die Eingangstreppe (auch bekannt als die „Do-Re-Mi“-Stufen) aus The Sound of Music

Erkunde das historische Zentrum, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, indem du die türkisfarbene Salzach überquerst. So gelangst du in die Altstadt und in die Getreidegasse, eine Einkaufsstrasse mit unzähligen schmiedeeisernen Zunftzeichen an den Geschäften. 

Für ein Mittagessen in der Altstadt bietet sich das Afro Café an. Das farbenfrohe Bistro ist mit Kunstwerken der südafrikanischen Künstlerin Monique Fagan ausgestattet, die Rohstoffe und Abfälle in dekorative Wandskulpturen verwandelt. Genieße fair gehandelte Getränke und leckere Gerichte wie den Couscous-Salat mit gerösteter Paprika und würzigem Tomaten-Dip mit Kreuzkümmel. 

Salzburg mag für seine üppigen Weihnachtsmärkte berühmt sein, aber im Candela ist jeden Tag Weihnachten. Viele der handgefertigten Weihnachtskugeln und zart geschnitzten Holzlandschaften des Geschäfts stellen die Oberndorfer Kapelle vor den Toren der Stadt dar (das Weihnachtslied „Stille Nacht“ wurde dort komponiert). Candela ist das ganze Jahr über geöffnet und zieht Kunden aus aller Welt an, wobei nicht wenige Stammkunden jedes Jahr wiederkommen.  

Für eine kleine Stärkung geht es nun zur Schatz Konditorei, die seit 1984 liebevoll von der Familie Winkler geführt wird, aber bereits seit 1877 eine Institution Salzburgs ist. Während der Feiertage bekommt ihr Bestseller Apfelstrudel Konkurrenz vom Christstollen, ein Früchtebrot aus Nüssen, Gewürzen und getrockneten oder kandierten Früchten. Im Inneren, dekorativ eingerahmt von einer Gewölbedecke, befinden sich ein Wasserbrunnen aus dem 19. Jahrhundert, runde Marmortische und mit violettem Samt bezogene Stühle aus Bugholz. 

Für ein traditionell österreichisches Essen kehren wir im Zum fidelen Affen ein. Dieses gesellige Restaurant gibt es seit fast 40 Jahren und serviert werden saisonale Gerichte aus lokalen Produkten. Trotz der wechselnden Speisekarte ist der Schweinerücken seit 1989 ein echter Klassiker. Das familiengeführte Restaurant serviert auch Trumer Pils, Bier aus einer angesehenen Brauerei vor den Toren der Stadt.

Tag zwei

Beginne Tag zwei am Fluss im Café Bazar. In dem traditionellen Kaffeehaus wird nicht nur verdammt guter Kaffee zubereitet, sondern auch das Frühstück in einer Umgebung serviert, die dich in das frühe 20. Jahrhundert versetzt.

Jetzt ist es Zeit für ein wenig Bewegung. Mach dich auf den Weg über die Imbergstiege zum Kapuzinerberg, um das Morgenlicht einzufangen, das die Kirchtürme und Alm erhellt. 

Wieder unten in der Stadt angekommen, überquere eine der 13 Brücken der Stadt, um im Stiegl-Keller, einer in den Berg gehauenen Brauerei, zu Mittag zu essen. Sie besteht bereits seit 1820, als der Berg noch als Kühlkammer fungierte. Heute kannst du hier dein frisch gezapftes Bier im von Franz Zell gestalteten Restaurant mit Blick auf die Altstadt genießen. Das Bier ist auch eine beliebte Zutat für einige der Gerichte. Unser Favorit ist der in Bier gebackene Brotpudding mit Vanillesauce. 

Nach dem Mittagessen ist es Zeit, die Festung Hohensalzburg zu besichtigen. Nach einer kurzen Fahrt mit der Standseilbahn (oder nimm den neu installierten, barrierefreien Aufzug im Glockenturm) erreichst du die größte noch erhaltene Burg Mitteleuropas. Sie wurde 1077 von Erzbischof Gebhard von Helfenstein erbaut, um das Fürstentum vor Angriffen zu schützen. Heute ist es gleichzeitig ein Museumskomplex, der alle Aspekte der Stadtgeschichte umfasst.

Nächster Halt: Nonntal, ein bei den Einheimischen beliebter Ort mit hippen Lokalen. The Green Garden gibt es hier seit 2012, leicht zu erkennen an den weißen Zäunen und Pflanzen, die von der Decke hängen. Das Veggie-Mekka serviert vegane Köstlichkeiten wie den Beyond Burger mit einem pflanzlichen Patty mit einer reichen Textur, das nach echtem Fleisch schmeckt. Genieße ihn zu einem hausgemachten, mit Granatapfel und Blaubeeren aromatisierten weißen Eistee, der mit Minze garniert serviert wird. 

Für einen Schlummertrunk ist das Mentor’s Bar Kultur die perfekte Wahl. In dieser lebendigen, kleinen Bar erhältst du leckere und hochwertige Cocktails. Genau das Richtige, um auf einen erfolgreichen zweiten Tag in Salzburg anstoßen. 

Tag drei

Beginne deinen letzten Tag in der Stadt im majestätischen Café Sacher, das für seine unverwechselbare Sachertorte bekannt ist, die von ihrem Wiener Außenposten hierher verschickt wird. 

Nach zwei ereignisreichen Tagen auf den Beinen hast du dir eine Erholungspause in der Paracelsus Therme verdient. Die verglaste Oase bietet einen atemberaubenden Blick auf den Kurgarten und die Stadt. Schwimm ein Runde im Infinity-Freibad oder schwitz einmal ordentlich in den Panorama-Saunen. 

Unsere nächste Station ist die Buchhandlung Höllrigl, die auf das Jahr 1594 zurückgeht. Schnapp dir eine der Erstausgaben und genieße deinen neuen Lieblingswälzer bei einer leichten Mahlzeit mit Schinken, Brot und Käse im Café Tomaselli, dem ältesten Café der Stadt. 

Lust auf eine Wanderung bei Sonnenuntergang? Mach dich auf zu einem 20-minütigen Spaziergang zum Mönchsberg, um ein paar schöne Erinnerungsschnappschüsse von barocken Türmen und sanften Hügeln zu machen. Auf dem Mönchsberg thront das Museum der Moderne. Erfreu dich am Klang der (elektronischen) Musik aus den Außenlautsprechern und bestaune anschließend die modernen Kunst im Inneren. 

Salzburg

Das Restaurant Triangel ist der perfekte Ausklang für deinen dreitägigen Besuch in Salzburg. Das ehrwürdige Restaurant mit einem einladenden Ambiente ist ein Treffpunkt für einheimische Künstler und ist bekannt für sein Kalbsgulasch mit hausgemachten Nudeln. Wenn du dir etwas gönnen möchtest, wird dir der Kaviar besonders schmecken. Für das Dessert geht es zum Sarastro nebenan. Atme noch einmal tief die Schönheit der Stadt mit einem Blick durch die runden Buntglasfenster ein.

Du suchst nach einer Unterkunft? Das familiengeführte, 120 Jahre alte Hotel Markus Sittikus bietet eine ruhige und doch zentrale Lage nur einen Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt. Genieße den heimeligen Charme und den lauschigen Garten (letzterer hat einen ganz besonderen Dauergast: Rosie, eine 58 Jahre alte Schildkröte). Mach es dir gemütlich vor dem Kamin, eingerahmt von bunten Bücherregalen im Wohnzimmer des Hotels. Alle 39 Zimmer sind individuell und liebevoll mit überdurchschnittlich bequemen Betten eingerichtet.