Erwachen

Willkommen bei The Window Seat, dem neuen Magazin von Omio. Unsere erste Ausgabe mit dem Titel „Erwachen“ enthält inspirierende und praktische Beiträge, die ganz sicher dein Fernweh wecken.

Die besten Reisebücher bringen dich überall hin. Credit: Shutterstock

Book Voyage – Mit dem Buch um die Welt

Wecke deinen Reisehunger mit unseren Expertenempfehlungen zu den besten Reisebüchern

Manchmal musst du nicht reisen, um ein neues Ziel zu besuchen. Ein gut geschriebenes Reisebuch, sei es Belletristik oder ein Reiseführer, kann dich von der Gemütlichkeit deines eigenen Zuhauses an einen neuen, unbekannten Ort bringen. Um das Fernweh zu wecken, haben wir sechs Experten aus der Online- und Verlagswelt gebeten, Buchempfehlungen zum Thema Reisen abzugeben.

Sabina Urraca ist die Autorin von „Las niñas prodigio“ und hat für El País, Vice und andere spanische Publikationen geschrieben.

Welches Buch würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?
Lydia Davis‘ „The Collected Stories“ und „Essays“, sie ergänzen sich gegenseitig, nähren sich gegenseitig und stellen eine Beziehung [zueinander] her. Ich könnte Monate damit verbringen, zwischen den beiden zu wechseln, die Geschichten mit den Essays zu vergleichen und Brücken zwischen ihnen zu schlagen. 

Welche Reiseschriftsteller aus deinem eigenen Land (oder in deiner Sprache) würdest du empfehlen?
Sergio C. Fanjul ist der Schriftsteller meiner Generation, der das Madrid, das viele von uns kennen, am besten porträtiert hat. In seinem Buch „La Ciudad Infinita“ [beschreibt er] einen verrückten Ort, eine Mischung aus einer verrückten Gegenwart und einer überwältigenden, dystopischen Vergangenheit … Aber für mich ist es das schönste Porträt meiner Stadt, das ich je gelesen habe. Außerdem wirkt es wie ein Köder für die eigenen Einwohner der Stadt … wenn du es einmal gelesen hast, wirst du von den im Buch beschriebenen Orten [magisch] angezogen.

Madrid

Ohne welchen Reiseführer kannst du nicht leben?
Als ich klein war, liebte ich Routards Reiseführer. Meine Eltern hatten viele davon. Ich verbrachte unsere Reisen fasziniert von den Beschreibungen der Orte, wie zum Beispiel „Der Reisende, der nach einem ganzen Tag Wandern müde ist, kann diese kleine Taverne im Herzen Lissabons nicht verfehlen … Mit etwas Glück ist die Besitzerin, die alte Adília, an diesem Tag gut gelaunt.” Ich weiß nicht, wie sie jetzt sind, aber es gab eine Zeit, da waren diese Reiseführer wie Geschichten.

Florian Pontais ist ein französischer Bookstagrammer, der seine beiden Leidenschaften illustriert: Bücher und Essen.

Welches Buch hat dich zu einem Besuch eines Reiseziels inspiriert?
Als ich „Erklärt Pereira“ von Antonio Tabucchi und „Das Todesjahr des Ricardo Reis“ von José Saramago las, wusste ich, dass ich nach Lissabon reisen wollte. Beide zeichnen ein sehr unterschiedliches Bild von der Stadt, und das hat mich fasziniert.

Lissabon

Auf welche neuen Reisebücher freust du dich am meisten?
Die „Literary Places“ von Sarah Baxter. Ich liebe es, lokale Autoren zu lesen, wenn ich reise. Baxter verbindet berühmte Schriftsteller mit den Orten, an denen ihre Bücher spielen, von Elena Ferrantes Neapel bis zu Victor Hugos Paris. 

Welche Reiseschriftsteller aus deinem eigenen Land (oder in deiner Sprache) würdest du empfehlen?
Sylvain Tesson und Nicolas Bouvier. Aber ich habe auch eine Vorliebe für ältere Reiseschriftsteller, von Stendhal bis Flaubert, Pierre Loti und Isabelle Massieu.

Lass deine Gedanken im idyllischen Golf von Neapel schweifen. Credit: Nicolas Pierson/Unsplash

Chiara Sgarbi ist eine italienische Bookstagrammerin mit mehr als 12.000 leidenschaftlichen Followern.

Welches Buch hat dich zu einem Besuch eines Reiseziels inspiriert?
„Traumpfade“ von Bruce Chatwin. Es handelt von den Wurzeln, Traditionen und der Kultur der ersten Bewohner Australiens. Das Konzept ist sehr interessant und aus westlicher Sicht schwer zu verstehen. Dieses Buch hat mich dazu gebracht, auf eine andere, eine neugierige Art und Weise zu reisen. Ich war dankbar, mehr über diese Themen zu lesen und selbst dorthin zu reisen, um meine eigenen Erfahrungen zu sammeln.

Ohne welchen Reiseführer kannst du nicht leben?
Lonely Planet ist derjenige, den ich am meisten nutze. Er ist voll von nützlichen Details, um lange oder kurze Reisen zu organisieren. Besonders gefallen mir die Seiten über Geschichte und Kultur, diese Kapitel gehen über praktische Informationen hinaus und [helfen] dir, das Land, das du besuchst, zu verstehen.

Auf welche neuen Reisebücher freust du dich am meisten?
Auf „Der goldenen Atlas: Die abenteuerlichen Reisen der großen Seefahrer, Entdecker und Forscher“ von Edward Brooke-Hitching. Ich würde dieses Buch gerne lesen, da es eine Sammlung von Abenteuern von Reisenden und Entdeckern mit erstaunlichen Illustrationen und schwer zu findenden Karten ist. Ich bin fasziniert von Zeiten, in denen das Reisen schwer war, die Menschen aber zugleich entdeckungsfreudig waren.

Schon allein die Lektüre über die australische Küste lässt einem den Atem stocken. Credit: Daniel Sessler/Unsplash

Anna Diekmann ist Editorial Manager bei Gestalten, einem Verlag in Deutschland.

Welches Buch würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?
Mein Lieblingsbuch ist „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafon. Ich habe es mindestens viermal gelesen und könnte es immer wieder lesen. Das Buch macht Lust, das geheimnisvolle Barcelona aus der Mitte des 20. Jahrhunderts zu erkunden, das so anschaulich beschrieben wird. 

Barcelona

Auf welche neuen Reisebücher freust du dich am meisten? 
Simone Harres „China, wer bist du?“ berichtet über die chinesische Gesellschaft, die sie auf ihrer fünf Jahre andauernden Reise kennengelernt hat. Ich kann es kaum erwarten, dieses Buch zu lesen, denn Stephan Orths „Couchsurfing in China: Durch die Wohnzimmer einer neuen Supermacht“ hat mich für ein Land interessiert, über das ich [noch] nicht viel weiß.

Welche Reiseschriftsteller aus deinem eigenen Land (oder in deiner Sprache) würdest empfehlen? 
Ich bin ein großer Fan des Journalisten Philipp Laage, der kürzlich ein kritisches und philosophisches Buch mit dem Titel „Vom Glück zu reisen“ über das Reisen in der heutigen Welt veröffentlicht hat.

Angela Sangma Francis ist die Autorin des preisgekrönten Buches „Everest“, das bei Flying Eye Books erschienen ist.

Welches Buch hat dich zu einem Besuch eines Reiseziels inspiriert? 
„Die unsichtbaren Städte“ von Italo Calvino. Das ist ein bisschen Betrug, da die [Städte] gar nicht in der Realität existieren. Die 55 von Calvino erdachten Städte ähneln Orten, die wir vielleicht kennen … Esmeralda könnte zum Beispiel Venedig mit seinem Netz aus Kanälen sein. „Die unsichtbaren Städte“ tut das, was die besten Bücher tun sollten; es bringt dich dazu, die Welt, ihre Städte und Einwohner von einer anderen Perspektive aus zu entdecken … deine Phantasie zu benutzen, um [in Gedanken] so weit wie möglich zu reisen. 

Venedig

Welches Buch würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen? 
Ein Wörterbuch. Es ist Buch, Quelle des Wissens und ein Spiel zugleich. 

Ohne welchen Reiseführer kannst du nicht leben? 
Es gibt eine Sammlung von Reiseführern für Kinder mit dem Titel „Das ist …“, die der tschechische Autor Miroslav Šašek geschrieben hat. Er begann mit drei Büchern der Reihe und veröffentlichte 18 weitere. Sie sind grafisch beeindruckend und können immer wieder gelesen werden.

Tom Beer, ist der Chefredakteur von Kirkus Reviews, einem Buchrezensionsmagazin mit Sitz in New York City.

Welches Buch hat dich zu einer Reise inspiriert?
Ich bin mir nicht sicher, ob es einen direkten Zusammenhang gibt, aber eine aufwendig illustrierte Ausgabe von Nancy Mitfords „Madame de Pompadour: Geliebte des Königs“ (leider vergriffen, obwohl man den Text von New York Review Books beziehen kann) hat den jüngsten Fall von Frankophilie und Interesse an der französischen Geschichte ausgelöst. 

Vereinigten Königreich

Auf welche neuen Reisebücher freust du dich am meisten?
Ich kann es kaum erwarten, „The Adventurer’s Son“ von Roman Dial, einem Ökologen und Wildnis-Experten aus Alaska, zu lesen. Dials 27-jähriger Sohn Cody verschwand 2014 im Dschungel von Costa Rica und Dial reiste in dieses üppige mittelamerikanische Land, um herauszufinden, was passiert ist. Das Buch klingt wie eine unwiderstehliche und bewegende Mischung aus Mysterium, Reisebericht und traurigen Erinnerungen.

Welche Reiseschriftsteller aus deinem eigenen Land (oder deiner Sprache) würdest du empfehlen?
Alles von Bill Bryson, der in den Vereinigten Staaten geboren wurde und seit langem im Vereinigten Königreich lebt, ist lesenswert, insbesondere „Reif für die Insel: England für Anfänger und Fortgeschrittene“ und „Picknick mit Bären“. Wahrscheinlich ist mein Lieblings-Reiseschriftsteller in englischer Sprache – obwohl sie sich selbst als Schriftstellerin betrachtet – Jan Morris. Ich kann ihr Meisterwerk „Trieste and the Meaning of Nowhere“ von 2001 empfehlen.

Erkunde die Tiefen des Dschungels von Costa Rica mit „The Adventure’s Son“. Credit: Crystal Mirallegro/Unsplash