Eine Nacht im Jahr in eine andere Haut zu schlüpfen und andere Kostüme zu bewundern, sind nur einige der Aspekte, die Halloween so beliebt machen. Credit: Shutterstock

Buh! Wie du ein spuktakuläres Halloween feierst

Entdecke die gruseligsten Orte Europas und erfahre mehr über die Ursprünge des amerikanischen Feiertages

Halloween steht vor der Tür und lässt das kalte Herz eines jeden Horror-Fans höher schlagen. In unheimliche Verkleidungen gehüllt ziehen die kleinen Geister “Süßes oder Saures” propagierend von Haus zu Haus, während ausgewachsene Vampire, Monster und Hexen die Nacht durchtanzen.

​​Halloween ist ein amerikanischer Feiertag und wurde, wie viele amerikanische Traditionen, von Einwanderern, in diesem Fall den Iren, in die Neue Welt gebracht. Halloween (ursprünglich All Hallows‘ Eve) geht auf heidnische und keltische Traditionen aus Irland zurück, die in der Nacht vor Allerheiligen gefeiert werden, früher bekannt als Samhain. 

Im Keltischen markiert Samhain das Ende des Sommers und die letzte Ernte, es ist aber auch das Tor zur übernatürlichen Welt und den Toten. Man glaubte, dass Verstorbene ihre Verwandten besuchen und begrüßte sie mit Lichtern und Leckereien, während man sich mit schaurigen Kostümen vor rachsüchtigen Geistern schützte. Na, kommt dir das bekannt vor?

Während der Aspekt der Ernte im Laufe der Jahrzehnte an Bedeutung verlor, ging es an Halloween in Amerika immer um Geister, Kobolde und die Geisterstunde. Und seien wir mal ehrlich, es macht einfach Spaß, eine Nacht lang jemand anderes zu sein oder sich mit Süßigkeiten vollzustopfen. Begleite uns auf eine teuflische Tour durch die gruseligsten Orte in Europa.

Dublin, Irland

Die grüne Insel gilt nicht nur als Ursprungsland von Halloween, sie bietet mit all den urigen Schlössern, Herrenhäusern und mystischen Orten auch eine einzigartige Kulisse für ein gelungenes Fest.

Irlands Hauptstadt Dublin ist der perfekte Ausgangspunkt für deinen Halloween-Trip. Schmeiß dich in dein Lieblings-Kostüm und nimm an der sagenhaften Ghost Bus Tour teil. Mach dich gefasst auf zwei Stunden zwischen Gänsehaut und schwarzem Humor, während du tief in die dunkle Geschichte der Stadt eintauchst und historische Orte besichtigst, die dich das fürchten lehren wie Dublin Castle, St. Audoen’s (auch bekannt als „Hölle“) und das Kilmainham Gefängnis. 

Der Legende nach hat Samhain, der irische Vorläufer von Halloween, seinen Ursprung vor mehr als 2000 Jahren im County Meath im Boyne Valley, das nur etwa 50 Kilometer vor den Toren Dublins liegt. Damals wie heute diente der Hill of Ward für Feste und Feiern. Einst soll hier sogar eine mächtige Druidin Drillinge (drei ist eine wichtige Zahl der keltischen Mythologie) geboren haben, hier gestorben und vergraben worden sein. Rund um Halloween kannst du hier gleich an zwei ganz besonderen Festivals teilnehmen: dem Púca Halloween Festival und dem Samhain Festival. Dich erwartet ein schaurig-schöner Mix aus Folklore, Essen, Mythen und Musik.

Tipp: Wusstest du eigentlich, dass Bram Stoker, der Autor von Dracula, Ire war? Noch heute kannst du seinem Geburtshaus in Dublin einen Besuch abstatten oder du schaust im Castle Dracula (nicht das in Rumänien) vorbei, sobald es wieder geöffnet ist.

Transsylvanien, Rumänien

Als Heimat einer der bekanntesten Gruselgeschichten überhaupt – Dracula – darf Rumänien natürlich nicht fehlen. Auch wenn Bram Stokers literarische Figur wahrscheinlich auf den rumänischen Fürsten Vlad III. Drăculea aus der Walachei zurückgeht (auch bekannt als Vlad der Pfähler, weil er gern die Köpfe seiner Feinde aufspießte), gilt Schloss Bran in Transsylvanien als Draculas Schloss.

Schloss Bran ist etwa 185 Kilometer von Bukarest entfernt und mit jährlich über einer halben Million Besuchern heute der erste Anlaufpunkt für Fans des historischen Vampirs. Rund um Halloween wird ein ganz besonderes Erlebnis geboten. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Halloween Party kannst du bei einer exklusiven nächtlichen Führung tief in die Geschichte des Schlosses eintauchen und nach einem traditionell rumänischen Essen wird dann ordentlich gefeiert bis der Graf vor Neid in seinem Sarg erwacht.

Ein weiteres furchteinflößendes Highlight ist der Hoia Baciu Wald in Transsylvanien, der als der unheimlichste Wald der Welt gilt. Nach einer Legende wurde er nach einem Hirten benannt, der dort einst samt seiner 200 Schafe spurlos verschwand. Seit den 1960er Jahren sollen hier auch immer wieder UFOs gesichtet worden sein, deren angeblicher Landeplatz eine kreisrunde Lichtung im Wald ist, auf der nichts wächst. Nimm auf jeden Fall eine Karte mit, denn auch GPS und elektronische Geräte sollen hier nicht funktionieren, wenn du dich in den Wald begibst. Wenn du dich traust.

Harz, Deutschland

Wer es etwas beschaulicher und gleichzeitig mystisch mag, der reist in den Harz, das Mittelgebirge im Herzen Deutschlands. Die Region ist bekannt für seine zahlreichen Legenden und Orte, die man mit Hexen in Verbindung bringt. 

So taucht vor allem der Brocken, der höchste Berg im Harz, unter seinem Beinamen “Blocksberg” immer wieder in Literatur und Film auf, wie einst in Goethes Faust oder bei der nach ihm benannten Kinderhörspiel-Heldin Bibi Blocksberg.

Statt im Kostüm durch die Nachbarschaft geht’s hier in Wanderschuhen den Harzer Hexen Stieg entlang. Der verwunschene Wanderweg ist etwa 100 Kilometer lang und führt von Osterode über den Brocken bis zum Hexentanzplatz in Thale mit samt seinem zauberhaften Hexenhäuschen.

Über Stock und Stein geht es durch immergrüne Wälder, Felsschluchten und jahrtausende alte Hochmoore, die eine mystische Atmosphäre verbreiten. Für Abwechslung sorgen pittoreske Fachwerkstädtchen wie Quedlinburg und berühmte Orte wie die Hexentreppe, eine merkwürdig anmutende Steinformation am Wurmberg. Hexen sind im Harz allgegenwärtig und auch wenn die großen Feste eher in der Walpurgisnacht stattfinden, kannst du in den kleinen Städtchen auch prima Halloween feiern – wenn du nach dem Wandern noch genug Energie hast.