Auf dem Oktoberfest gibt es jede Menge Musik, Tanz und Bier! Foto: Shutterstock

O’zapft is! Das Oktoberfest 2022 feiert sein Comeback

Das größte Volksfest der Welt ist zurück auf der Theresienwiese. Entdecke, wie du die Wiesn 2022 zünftig feierst!

Published 09/01/2022 by Tracey Davies

Herzlich willkommen zurück beim Oktoberfest 2022, dem größten Volksfest der Welt! Jeden Herbst machen sich sechs Millionen Menschen in Lederhosen und Dirndl auf ins wunderschöne München, um zwei Wochen lang auf der Theresienwiese Bier zu trinken, Bratwurst zu essen und zu Humpta-Humpta-Blasmusik mitzugrölen. Nach zweijähriger Pause (wir wissen ja alle, wem wir das zu verdanken haben …) wird der Oberbürgermeister von München am Samstag, den 17. September, um Punkt 12 Uhr das erste Fass der Wiesn 2022 mit den Worten O’zapft is anstechen. Das ist der Startschuss für das Oktoberfest 2022. Größer, schillernder und besser als jemals zuvor. Prost! 

Die Geschichte des Oktoberfests

Das mittlerweile größte Volksfest der Welt startete 1810 als Pferderennen anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Ganz München war eingeladen, um diesem Großereignis beizuwohnen, das auf einer Wiese außerhalb der Stadt abgehalten wurde. Und seit über 200 Jahren wird das Oktoberfest jedes Jahr auf genau dieser Theresienwiese, oder kurz Wiesn, veranstaltet. 

Natürlich wollten die bierdurstigen Bayern mehr. Im darauffolgenden Jahr übernahm der Bayerische Bauernverband die Organisation und nutzte das Herbstfest als Gelegenheit, um seine landwirtschaftlichen Leistungen zu präsentieren. Und wieder gab es Bier und Bratwurst en masse – und die Legende vom zünftigen Biertrinken war geboren. Heute ist die Tradition ein fester Bestandteil der europäischen Geschichte, die Hunderte von Oktoberfesten rund um den Globus inspiriert hat.

Aber was dürfen wir – mal abgesehen von den Scharen durstiger Bayern in Ledertrachten – nach zwei Jahren Pause erwarten?

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Bierzelte ohne Ende

In diesem Jahr gibt es 14 große und 22 kleine Zelte sowie zahlreiche Bier- und Essensstände, um die Millionen von Besucherinnen und Besuchern satt zu bekommen. Die Bierzelte auf dem Oktoberfest sind schon ein echtes Spektakel: Die riesigen Zelte in der Größe eines Flugzeughangars bieten Platz für bis zu 10.000 Menschen und sind mit bunten Bändern geschmückt. Die Gäste sitzen (meistens, wenn sie nicht gerade auf den Tischen tanzen) auf stabilen Holzbänken, während Hunderte von Kellnerinnen und Kellnern in traditionellen Trachten die Maßkrüge (1 Liter) durch die Reihen tragen. Betrieben werden die Zelte von den größten Brauereien Münchens, darunter Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten. 

Auf der Wiesn lässt kann man sich ziemlich gut orientieren, da das ganze Areal in zwei Teile unterteilt ist: Auf der Westseite liegt die Wirtsbudenstraße mit dem Großteil der Bierzelte, auf der Ostseite die Schaustellerstraße mit den Fahrgeschäften. Beide Seiten sind durch ein Gewirr von Straßen verbunden, die größte ist die Matthias-Pschorr-Straße vor der Bavaria-Statue. 

Eines der beliebtesten Bierzelte ist das Hofbräu-Festzelt, das von einer der traditionsreichsten Brauereien Münchens, dem Hofbräuhaus, betrieben wird. Es ist das größte Zelt auf dem Oktoberfest, mit Platz für 10.000 durstige Feierwütige, und schenkt während des zweiwöchigen Events beeindruckende 750.000 Liter Bier aus. Das Hofbräu ist ein echtes Partyzelt – hierher kommen die meisten auswärtigen Besucherinnen und Besucher. Freue dich also auf beschwipste Briten, Amerikaner und Australier … Die Tische sind schon ein ganzes Jahr im Voraus ausgebucht, trotzdem hält das Hofbräu einen großen Bereich mit nicht reservierungspflichtigen Sitz- und Stehgelegenheiten frei, in dem auch getanzt wird. Am besten schaust du unter der Woche oder früh am Wochenende vorbei.

Der Himmel der Bayern

Das Hacker-Pschorr, wegen seines riesigen Wandgemäldes mit dem blauen Münchener Himmel an den Wänden und der Decke auch „Himmel der Bayern“ genannt, ist die zweitbeste Option. Mit 9.000 Plätzen ist es etwas kleiner als das Hofbräu-Zelt. Aber mitten im Zelt steht eine sich drehende Tribüne, auf der Live-Bands Volksmusik und Rockhymnen spielen, weshalb das Hacker-Pschorr dem Hofbräu in puncto Beliebtheit in nichts nachsteht. Kleiner Hinweis: Das Oktoberfest ist nicht der Ort, an dem man wählerisch sein sollte, wenn es um Musik geht. Reserviere dir einen Platz auf dem Balkon auf der ersten Etage, um eine Premiumaussicht auf die Party zu genießen. Natürlich wird im Hacker-Pschorr-Zelt auch das Bier aus der eigenen Traditionsbrauerei ausgeschenkt, die schon seit 1417 feinstes Bier herstellt. Außerdem ist das Hacker der beste Ort, um die Abschlusszeremonie des Oktoberfests zu erleben, bei der die Menge Wunderkerzen schwenkend und aus voller Kehle die Hymne Sierra Madre singt. 

Echte Traditionalisten gehen ins Festzelt Schottenhamel, das älteste Zelt auf dem Oktoberfest, das es seit 1867 gibt. Heute ist es mit 9.000 Plätzen eines der größten Zelte und lockt viele Einheimische an, die das Schottenhamel wegen seines süffigen Spaten-Biers und der Otto Schwarzfischer-Band lieber mögen als andere Zelte. Es lohnt sich, so früh wie möglich einen Tisch zu reservieren, denn auch der nicht reservierungspflichtige Bereich füllt sich jeden Tag in kürzester Zeit. Im Schottenhamel findet außerdem die Eröffnungszeremonie statt, bei der der Münchener Oberbürgermeister das erste Fass ansticht und das Oktoberfest einläutet.

Die Jodelzentralen der Wiesn 2022

Wenn du das echte Oktoberfest-Feeling spüren willst – Jodeln inklusive –, ist das in diesem Jahr komplett neu gestaltete Bräurosl die ideale Destination. Das Zelt ist nach Rosi, der Tochter des Braumeisters, benannt, die eine begnadete Jodlerin war und die Wiesn-Besucher jedes Jahr mit ihrer Kunst begeisterte. Am ersten Sonntag, dem 18. September 2022, findet hier auch die riesige LGBTQ+-Party Gay Sunday („Rosa Wiesn“) statt. In diesem Jahr begrüßt das Bräurosl Peter Reichert als neuen Wirt, weil Familie Heide nach 84 Jahren in den Ruhestand geht, sowie ein neues Orchester unter der Leitung von Josef Menzl, der für seine wilden bayerischen Melodien bekannt ist. 

Die beste Musik (laut den Einheimischen) gibt‘s im Schützen-Zelt, das seinen Namen der Zeit verdankt, in der auf der Wiesn noch Schießwettbewerbe stattfanden. Für ihren Mix aus Volksmusik, Rock und Pop gewinnt die Hausband unter Leitung von Walter Bankhammer regelmäßig die Auszeichnung „Beste Wiesen-Musik“. Das Schützen-Festzelt mit Platz für etwa 6.000 Menschen ist auch das Zelt, das der Bavaria-Statue am nächsten ist. Ausgeschenkt wird Löwenbräu, doch das Schützen ist eines der wenigen Zelte mit Bar, an der es auch Wein, Champagner, Spirituosen und Schnaps gibt. 

Die meisten Besucherinnen und Besucher lieben zwar die raue und zünftige Atmosphäre in den großen Zelten, aber man kann mindestens genauso viel Spaß in den kleineren Zelten haben. Die Käfer Wiesn-Schänke hat ein treues einheimisches Publikum und bietet eine intimere Atmosphäre als das Hofbräu und das Hacker. Im Stil einer bayerischen Holzhütte eingerichtet und über zwei Etagen verteilt, hat es einen rustikalen Charme mit Après-Ski-Atmosphäre. Außerdem gibt es einen gut besuchten Biergarten, der mittlerweile ein beliebter Treffpunkt geworden ist, wenn es dunkel wird. 

Die Münchnerinnen und Münchner lieben auch das Glöckle Wirt. Die kneipenähnliche Atmosphäre der Skihütte ist ein Hotspot für die Münchener Schickeria. Hier kannst du Ölgemälde, ausgestopfte Tiere und schrullige Antiquitäten bestaunen – ein wirklich zauberhafter Ort, wenn dir nach einem richtig bayerischen Nachmittag zumute ist. 

Jetzt haben wir so viel über Bier gesprochen. Aber das Oktoberfest ist nicht nur etwas für Bierfans. Weinliebhaber kommen im Kufflers Weinzelt auf ihre Kosten, das wie ein königliches Jagdschloss dekoriert ist und 25 unterschiedliche deutsche Weine im Angebot hat.

Echte Schmankerl

Abgesehen vom Bier ist das Essen die wohl größte Attraktion des berühmten Münchener Fests. Und natürlich gibt es weit mehr als nur riesige Brezeln. Jedes Zelt bietet eigene Oktoberfest-Schmankerln, meist Bratwurst, Brathähnchen, Ochsenfleisch und Schweinshaxen.

Fleischfans sollten einen Tisch in der Spatenbräu Ochsenbraterei reservieren, die jeden Tag bis zu sieben Ochsen auf der Rotisserie brät. Wenn du keinen Tisch mehr bekommen solltest, kannst du dir an der Seitentür eines der legendären (und riesigen) Rindfleischbrötchen holen. Ein weiterer Klassiker auf dem Oktoberfest ist natürlich das Wiener Schnitzel aus dünnem Kalbsfleisch in einer knusprigen Panade, das mit Preiselbeeren und Kartoffeln serviert wird. Wem die Fleischeslust zu viel wird, der findet im Fischer-Vroni den besten Steckerlfisch (geräucherter Fisch auf einem Spieß) in ganz München. Ein echter Leckerbissen! 

Und es gibt auch vegetarische und vegane Optionen: Probier doch mal Obatzda, einen bayerischen Käsedip mit Radieschen und einer Brezel, oder die Allgäuer Käsespätzle. Eine weitere echte Oktoberfesttradition sind Lebkuchenherzen, die es an jeder Ecke gibt. 

Wenn dein Zuckerspiegel sinkt, mach dich auf zum Café Kaiserschmarrn, dem überdimensionierten Lebkuchenhaus der Münchener Konditorei Rischart. Neben einer großen Auswahl an Kaffeespezialitäten und Gebäck serviert man hier selbstredend auch Kaiserschmarrn mit Puderzucker und Apfel- oder Pflaumenkompott. Jeden Tag um 14.00 Uhr wird zu Ehren der Vermählung von Prinz Ludwig und Prinzessin Therese eine gigantische Hochzeitstorte angeschnitten und ausgegeben. Im Zelt gibt es zwar kein Bier – aber auf Alkohol brauchst du trotzdem nicht zu verzichten, schließlich stehen Prosecco und Aperol Spritz auf der Karte.

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Dress to impress

Natürlich ist es keine Pflicht, in Trachten auf dem Oktoberfest aufzuschlagen. Aber mit dem entsprechenden Outfit wird dein Oktoberfesterlebnis definitiv noch authentischer … Lederhosen, bestickte Hosenträger und ein Tirolerhut, wirbelnde Dirndl, feine Blusen und Schürzen – je bayrischer, desto besser. Nur auf ein „sexy Fräulein“-Kostüm solltest du definitiv verzichten.

Fahrgeschäfte und Attraktionen

Wie schon erwähnt, dreht sich beim Oktoberfest nicht alles um Bier und Bratwurst. Schließlich ist es eines der größten mobilen Vergnügungsparks Europas. Nach viel Bier ist eine Fahrt mit der Achterbahn eigentlich toll – wenn dein Magen mitspielt. Während Adrenalinjunkies die Achterbahn Five Loops und den SkyFall, einen 80 Meter hohen Fallturm, ansteuern, entscheiden sich die traditionellen Jahrmarkt-Fans eher für den Wellenflug oder den Toboggan, eine Oldtimer-Rutsche mit beweglichem Teppich, bei der das Zuschauen genauso viel Spaß macht wie das Fahren selbst. Wenn du nur eine einzige Attraktion mitmachen möchtest, dann sollte es definitiv das Willenborg Riesenrad sein. In 50 Metern Höhe hast du einen spektakulären Blick auf die Münchener Altstadt und an klaren Tagen kannst du sogar die Alpen sehen.

Highlights auf dem Oktoberfest 2022

Du könntest einen Monat jeden Tag das Oktoberfest besuchen und hättest immer noch nicht alles gesehen. Deshalb hier unsere drei Highlights für alle, die zum ersten Mal auf dem Volksfest sind.

Lass dich im Schichtl „hinrichten“

Für ausgelassene bayerische Gaudi empfiehlt sich das Schichtl, ein herrlich schräges Varieté-Theater aus dem Jahr 1867. Neben der täglichen Parade und den Shows ist das Schichtl berühmt für seine „Hinrichtungen“ ahnungsloser Zuschauer durch die Guillotine.

Besuche die Oide Wiesn 2022

Die Oide Wiesn fand 2010 erstmals zur 200-Jahrfeier des Oktoberfests statt. Das traditionelle und sehr charmante Wiesn-Viertel bietet alte Jahrmarktsattraktionen wie die „Dicke Berta“, bei der du deine Muckis spielen lassen kannst, drei Bierzelte, darunter das familienfreundliche Festzelt „Tradition“, und das wunderbare Münchner Marionettentheater. 

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Steige auf die Bavaria-Statue

Die von König Ludwig I. in Auftrag gegebene und 1850 enthüllte 18 Meter hohe Statue der Bavaria wacht seit mehr als 170 Jahren über das feuchtfröhliche Treiben auf dem Oktoberfest. Im Inneren der Statue kannst du nach oben klettern, um dir einen Überblick über die gesamte Wiesn zu verschaffen.

Top-Tipps für das Oktoberfest 2022 

Reserviere zeitig einen Tisch

Der Eintritt zum Oktoberfest ist gratis, die meisten Bierzelte sind von 10:00 bis 22:30 Uhr geöffnet (in manchen gibt es After-Partys). An den Wochenenden ist natürlich am meisten los, denn dann kommen auch die ganzen Einheimischen zum Feiern. Reserviere also am besten einen Tisch. Lade dir auch die offizielle Oktoberfest-App herunter – dort siehst du, in welchen Zelten es noch Plätze gibt. Dadurch kannst du ganz schön Zeit sparen.

Trinkgeld ist ein Muss

Denke daran: Die freundlichen Kellnerinnen und Kellner in Dirndln bzw. Lederhosen, die viele Maß auf einmal durch die Zelte tragen, machen einen schweren Job, weshalb es wichtig ist, ihnen ein Trinkgeld zu geben. Wir empfehlen 1 Euro pro Bier. 

Lerne den Oktoberfest-Klassiker

Mitsingen gehört beim Oktoberfest einfach dazu. In allen Bierzelten gibt es Volksmusikbands, die alle 30 Minuten „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ anstimmen. Es lohnt sich also, den Text zu lernen: 

– Ein Prosit, Ein Prosit

– der Gemütlichkeit

– Ein Prosit, Ein Prosit

– der Gemütlichkeit

– Oans! Zwoa! Drie!

– G’suffa!

Konnten wir dich überzeugen? Wenn ja, dann schnapp dir deine Trachten, übe Ein Prosit und mache dich bereit für die größte feuchtfröhliche Party der Welt! 

Ach, Oktoberfest, wir haben dich vermisst! O’zapft is!