Nähren

Willkommen zur neuesten Ausgabe von The Window Seat. Diesen Monat „nähren“ wir unseren Körper und erfreuen unseren Gaumen mit Beiträgen über gutes Essen und Trinken.

San Sebastián ist eine der größten Städte im Baskenland und beherbergt unzählige Sehenswürdigkeiten – sowohl kulinarisch als auch kulturell. Credit: Shutterstock

San Sebastián: ein Stadtführer

Die Stadt im Baskenland ist ein Mekka der Kulinarik und Kulturwunder

Das Baskenland ist reich an Geschichte und Kultur, die es zu einem der schönsten und aufregendsten Reiseziele Europas machen. Und wahrscheinlich kein anderer Ort ist so repräsentativ für die Region wie San Sebastián. 

Die Küstenstadt ist berühmt für ihre Strände, Belle-Epoque-Architektur, Kulinarik und ihr internationales Filmfestival. Donostia, wie die Stadt von den Einheimischen genannt wird, wurde im 12. Jahrhundert von Sancho el Fuerte gegründet und war dank seiner schroffen Küstenlinie und Befestigungen eine militärische Verteidigungsbastion. Während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel besetzten französische Truppen die Stadt, die jedoch 1813 von britischen Streitkräften vertrieben wurden. Leider lag die Stadt nach dem Rückzug der Franzosen in Trümmern und erst im späten 19. Jahrhundert wurde das Alte Viertel wieder vollständig aufgebaut. Die Stadt war ein verschlafenes Fischerdorf, bis Königin Isabel II. es besuchte und es zum Rückzugsort für den Landadel machte. Heute ist San Sebastián das ganze Jahr über ein beliebtes Reiseziel, das zum Entspannen am Strand einlädt und mit seinen Sandsteingebäuden, weiten schattigen Promenaden und Sternerestaurants begeistert.

San Sebastián besticht durch eine entspannte Atmosphäre und seine freundlichen Einwohner. Credit: Shutterstock

San Sebastián ist das perfekte Ziel für alle, die einen unbeschwerten Städtetrip mit einer großen Portion Kultur erleben wollen. Den Tag kann man am besten bei einem Sonnenaufgang am Fluss Urumea beginnen und in einer der vielen Pintxo-Bars der Stadt ausklingen lassen. 

Genuss

San Sebastián ist ein gastronomisches Mekka, das bekannt ist für seine unzähligen Sternerestaurants und Pintxo-Bars, wo kleine Teller mit regionalen Delikatessen zum Standard gehören. 

Pintxos gibt es schon seit über 100 Jahren. Auf die traditionellen Spießchen gehören typischerweise Brot und Fleisch, doch innovative Köche haben inzwischen gehobenere Varianten entwickelt. In der Bar Nestor kann man traditionelle Pintxos mit Oliven, Paprika und Sardellen probieren, während es in der Taberna Dakara Bi etwas modernere Versionen mit gegrillter Lende und Gänseleber gibt.

Die Küstenstadt ist randvoll mit legendären Lokalen, und Gourmets aus aller Welt kommen nach San Sebastián, um ihre Gerichte zu probieren. Die zwei Michelinsterne hat sich das Mugaritz mit seinem 20-gängigen Degustationsmenü redlich verdient. Der Außenbereich des Bauernhauses in rustikal schicker Umgebung ist herrlich gemütlich und macht Appetit. Wir empfehlen die sautierten Nacktschnecken und die Pinienkernbutter-Burrata von Chefkoch Andoni Luis Aduriz. 

Spaß

San Sebastián ist keine Partystadt, das Neon-Top kann also ruhigen Gewissens zu Hause bleiben. Museen hingegen sind im Übermaß vorhanden und zeigen die Werke traditioneller und moderner Künstler. In der ehemaligen Tabakfabrik Tabakalera befindet sich heute eine zeitgenössische Galerie, in der die Arbeiten lokaler baskischer Künstler ausgestellt werden. Beim San Telmo Musea, welches nach dem Schutzpatron der Seeleute benannt wurde, handelt es sich um ein ehemaliges Kloster, das die Werke von El Greco und Rubens sowie antike Artefakte und ethnografische Sammlungen zeigt. 

Nach dieser ausgiebigen Museumstour ist es nun Zeit für eine Erfrischung. Und kein Getränk ist so repräsentativ für das Baskenland wie Cidre, davon zeugen auch die zahlreichen auf Cidre spezialisierten Gasthäuser. Einheimische strömen scharenweise in die einladenden Lokale (oft umgebaute Bauernhäuser), um zu den Pintxos einen prickelnden Cidre zu genießen. 


Eine für die Region typische Freizeitbeschäftigung ist Pelota. Bei dem in Lateinamerika als jai alai bezeichneten Sport handelt es sich um eine Mischung aus Lacrosse und Racquetball. Es wird in kleinen Stadien gespielt, wobei die Bälle mit bis zu 200 km/h durch die Luft sausen können. Wer Lust hat, sich dieses Spektakel aus nächster Nähe anzusehen, kann dies in der nahegelegenen Stadt Hernani tun.

Verweilen

Hotel Maria Cristina, ein Luxury Collection Hotel
Das 1912 erbaute Hotel Maria Cristina, welches vom Architekten Charles Mewes entworfen wurde, ist ein wahres Prunkstück. Es liegt direkt am Fluss und verfügt über 139 Zimmer, die in elegantem Design erstrahlen. Die neutralen Farbtöne mit lila Akzenten und die Badezimmer mit Pyrenäen-Marmor sorgen für ein luxuriöses Ambiente. Die Bette Davis Suite, benannt nach der Hollywood-Legende, die in den späten 1980er Jahren im Hotel lebte, ist für einen etwas höheren Preis zu haben und gewährt Einblicke in einige ihrer persönlichen Fotos.

Arima Hotel
Das familiengeführte Armina Hotel ist eine nachhaltige Oase inmitten der Stadt. Die Einrichtung ist aus wiederverwertetem Holz sowie aus regionalem Stein und Eisen gefertigt. Das Hotel nutzt außerdem geo- und aerotherme Geräte zur Filterung von Wasser und Luft und kompostiert Abfälle. Die Zimmer mit ihren cleanen Akzenten sind mit Bezügen und Handtüchern aus Biotextilien sowie ökologischen Toilettenartikeln ausgestattet. In der Suite erwartet dich ein majestätischer Blick über den Wald.