Festlichkeit

Willkommen zur dritten Ausgabe von The Window Seat. In diesem Monat dreht sich alles um Themen der „festlichen“ Jahreszeit, die dir helfen, besinnlich mit der Familie und Freunden zu feiern.

Genf ist ein hervorragender Ausgangspunkt, um den Genfer See und die umliegenden Berge zu erkunden. Credit: Samuel Zeller/Unsplash

Genf: ein Stadtführer

Kratze tiefer als nur an der Oberfläche und du wirst so ziemlich alles finden, was dein Herz begehrt. Denn Genf weiß zu überraschen.

Als Heimat einer beeindruckenden Anzahl von Großunternehmen und Diplomaten ist es nicht verwunderlich, dass Genf regelmäßig mit der Hauptstadt der Schweiz verwechselt wird. (Diese Aufgabe wurde Bern zuteil, falls die Frage bei deinem nächsten Kneipenquiz aufkommt). Das Weltwirtschaftsforum, die Weltgesundheitsorganisation und das Rote Kreuz haben hier ihren Sitz.

Abseits der Sitzungssäle und Boutiquen herrscht in Genf jedoch eine wesentlich entspanntere Atmosphäre. Dank der Lage am südwestlichen Ende des Sees ist es eine Stadt, in der man viel im Freien unternehmen kann. Als Anlaufpunkt für Ski- und Radfahrer, die in die umliegenden Alpen und den Jura fahren, findest du am Ufer dieser Stadt vieles, was den Adrenalinspiegel hebt.

Genuss

Wenn du versuchst, eine strenge Diät einzuhalten, ist Genf vielleicht nicht die richtige Stadt für eine Auszeit. Schließlich ist die Schweiz das Land der Schokolade und des Käses. Vergiss das Kalorienzählen und gönne dir stattdessen eines der Fondues im Hotel Les Armures in der Altstadt – du wirst nicht enttäuscht sein. Diese Location eignet sich bestens für einen Snack. Das Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert und zeichnet sich durch freiliegende Holzbalken und originelle Steinmetzarbeiten aus. Neben dem klassischen Alpenchalet-Dekor gibt es auch ein traditionelles Menü mit lokalen Spezialitäten wie Kalbsgeschnetzeltes nach Zürcher Art und Fondue mit zwei Käsesorten (Vacherin und Gruyere).

Nur fünf Gehminuten vom Hauptplatz der Altstadt entfernt liegt La Clémence, eine weitere Genfer Institution. In den Sommermonaten trifft man gefühlt die Hälfte aller Einheimischen auf der Terrasse dieser Café-Bar an. Wenn du gerne Leute beobachtest, dann ist das der richtige Ort dafür.

Ein weiterer lebhafter Ort am Ufer ist La Potinière im Herzen des Englischen Gartens. Das hier servierte Côte de Boeuf ist ebenso berühmt wie die Aussicht auf den See und die Live-Bands, die in der Mitte der Woche auftreten.

Für Sightseeing und ein Stückchen Greyerzer unterwegs haben sich die Schweizer sogar eine Möglichkeit ausgedacht, beides zu kombinieren. Wie klingt für dich eine Tuk-Tuk-Fahrt mit einem kleinen Fondue? Wenn du wenig Zeit hast oder einfach nur so viel Käse wie möglich genießen willst, während du in Genf bist, kann dich Taxibike auf eine Stadtrundfahrt mitnehmen, während du auf dem Rücksitz deine Häppchen in den Käse tunkst. Es werden auch Schokoladen-, Wein- und Käse-Touren zu Fuß angeboten, was eine etwas gesündere Variante darstellt.

Spaß

Es ist vielleicht nicht überraschend, dass der Genfer See – einer der größten Süßwasserseen Europas – der Mittelpunkt für viele Aktivitäten der Stadt ist. Mit einer Höhe von 460 Metern ist der berühmte Jet d’Eau-Brunnen der am schwersten zu übersehende. Er pumpt jede Sekunde 500 Liter Wasser und ist nicht nur das Wahrzeichen der Stadt, sondern auch die Kulisse für vielerlei Selfies. Für eine Nahaufnahme kannst du die Fontäne über einen schmalen Steg vom linken Seeufer aus erreichen, dabei solltest du aber auf plötzliche Windveränderungen achten.

Einige der besten Aussichtspunkte, um den Brunnen und den See zu bestaunen, findest du in der Genfer Altstadt, einem nationalen Kulturerbe. Hier schlängeln sich die gepflasterten Straßen hinauf zu atemberaubenden Aussichtspunkten auf den Hügeln. Wenn du durch die engen Gassen schlenderst, findest du urige Cafés, Antiquitäten und hübsche Boutiquen. Für die beste Aussicht der Stadt lohnt sich der Aufstieg über 157 Stufen auf die Spitze des Petersdoms, von wo aus man einen Panoramablick über die Stadt hat.

Summer is when Geneva comes alive, with watersports on offer.
Im Sommer wird Genf lebendig. Sogar Wassersport kann man hier betreiben. Credit: Shutterstock

Während Frühling und Herbst klar und windig sein können, ist die Sommerzeit die beste Zeit für Genf. Wer einen Adrenalinschub sucht, kann auf dem See Paddelboarden, Windsurfen und Wakeboarden. Wenn du dich lieber zurücklehnen und jemanden die harte Arbeit für dich erledigen lassen möchtest, solltest du dich für eine Bootstour entscheiden. Für die Ausrüstung und den Unterricht, den du benötigst, bietet Tropical Corner eine Reihe von Kursen und Leihausrüstung an und verfügt über eine palmengesäumte Terrasse, auf der du nach der Action auf dem Wasser erfrischende Drinks genießen kannst. Der benachbarte Geneva Plage bietet in den wärmeren Monaten auch viel Platz zum Sonnenbaden und die Möglichkeit, von verschieden hohen Sprungbrettern in den See zu tauchen.

Im Winter wirst du den Zugang zu den schweizerischen und französischen Skigebieten zu schätzen wissen, was Genf zur perfekten Basis macht, um in aller Ruhe verschiedene Skipisten zu erforschen. Praz de Lys, Samoëns und La Clusaz sind nur etwas mehr als eine Stunde entfernt, so dass du einen Tag mit Skifahren verbringen und trotzdem zum Abendessen zurückkehren kannst. Ist das kein gutes Aprés-Ski?

Verweilen

Genf punktet nicht nur mit vielen Luxusboutiquen. Du findest hier auch alle namhaften Luxushotels, darunter das Four Seasons, das Fairmont und ein Ritz-Carlton am Seeufer, das einst ein Favorit von Grace Kelly war. Dank der überschaubaren Größe der Stadt sind die meisten Hotels auch vom Bahnhof Cornavin und den Sehenswürdigkeiten aus gut zu Fuß erreichbar.

Mandarin Oriental
Für sein erstes Schweizer Projekt erwarb das Mandarin Oriental das erste Hotel, das nach dem zweiten Weltkrieg in Europa gebaut wurde (das Mandarin Oriental Palace in Luzern ist das zweite Schweizer Hotel der Gruppe). Das Hotel liegt am rechten Rhône-Ufer, kurz bevor der Fluss in den Genfer See mündet, und hat noch immer viel von seinem ursprünglichen Art-Déco-Charme sowie zeitgenössische Annehmlichkeiten wie Bose-Lautsprecher, Toilettenartikel des Atelier Cologne und angeblich die größten Hotelbäder in Genf. Als Vorreiter in puncto Neuheiten, beherbergt das Hotel auch das erste indische Restaurant der Stadt, das Rasoi by Vineet, das vom Chefkoch Vineet Bhatia eröffnet wurde, den du vielleicht von seinem gleichnamigen Restaurant Chelsea in London kennst.


La Cour des Augustins
Wahrscheinlich überrascht es nicht, dass du im Universitätsviertel der Stadt, dem Plainpalais, einige der besten Deals für Abendessen und Unterkunft finden wirst. Die von „Cramer + Cramers“-Gründer Philippe Cramer entworfenen, modernen, in Weiß gehaltenen Gästezimmer und Apartments des Boutique-Hotels La Cour des Augustins sind nur einen kurzen Spaziergang oder eine Straßenbahnfahrt von der Altstadt entfernt und verfügen über iPod-Dockingstationen und LED-Fernseher. Ein Upgrade auf eine Loft-Suite bietet weitere Annehmlichkeiten und farbenfrohe Dekoration.