Freundschaft

Willkommen zur neuesten Ausgabe von The Window Seat. Diesen Monat beschäftigen wir uns mit dem Thema „Freundschaft“ und wie Reisen einige unserer engsten Beziehungen bereichert und stärkt.

Kirchen, Türme und Ziegeldächer: die faszinierende Skyline der irischen Hauptstadt. Credit: Eyeem

Dublin: Ein Stadtführer

Unser Guide nimmt dich mit auf eine spannende Reise durch die irische Hauptstadt – von allgemeinen Tipps bis zu echten Insider-Geheimnissen

„Hier gibt es keine Fremden, nur Freunde, die man noch nicht kennt.“ Was der irische Dichter William Butler Yeats einst über seine Heimatstadt sagte, stimmt: In Dublin fühlt man sich nie alleine, denn die Iren sind an sich schon freundlich und Dublin ist die wohl freundlichste aller Städte auf der Insel.

Dublin ist wie geschaffen für ausgiebige Spaziergänge und die perfekte Destination für einen Städtetrip. Kopfsteingepflasterte Straßen, enge Gassen und Brücken führen dich durch diese kompakte Metropole, die vollgepackt ist mit Geschichte und Orten, an denen man traditionelle irische Musik, Rock-’n‘-Roll-Stars, nobelpreisgekrönte Schriftsteller, Theaterschaffende und bildende Künstler feiert. Ein ewiges Thema ist natürlich der Regen … doch der sollte dich nicht aufhalten, zumal sich das Wetter auf der Insel innerhalb kürzester Zeit oft dramatisch ändert! Genieße einfach den warmen Empfang und entdecke in unserem Guide, was du in Dublin alles sehen und unternehmen kannst.

Genuss

Dublin bietet eine Fülle an kulinarischen Köstlichkeiten aus Irland und der Welt. In der Nähe des Merrion Square in der Baggot Street Lower bietet das Doheny & Nesbitt genau das, was man von einem der beliebtesten Pubs in Dublin erwartet: Fish and Chips, „Bangers and Mash“ (Würstchen mit Kartoffelbrei), Guinness, viel Politprominenz und ein Interieur, das sich seit der Eröffnung des Pubs im Jahr 1867 nicht verändert hat. Gleich um die Ecke liegt das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant Patrick Guilbaud. Und zwar nicht irgendwo, sondern in Dublins erstem Hotel am Platz, dem The Merrion Hotel. Das elegante Lokal bietet französische Haute Cuisine wie Ravioli vom Blauen Hummer mit Kokos-Hummer-Schaum.

In den Vierteln östlich und westlich der Grafton Street gibt es jede Menge Cafés, Restaurants und Pubs. Im The Greenhouse setzt der finnische Küchenchef Mickael Viljanen bei seinen innovativen vier- und sechsgängigen Degustationsmenüs auf frische einheimische Produkte, Fleisch und Meeresfrüchte. Seine Kreationen haben ihm bereits zwei Michelin-Sterne eingebracht.

Das angesagte Temple Bar-Viertel ist nicht nur berühmt für Live-Musik, Kneipen und ein lebhaftes Nachtleben, sondern auch für die unzähligen Restaurants und Imbisse, in denen man unter anderem brasilianisches, griechisches, indisches, italienisches, libanesisches und mexikanisches Essen ausprobieren kann. Wenn du auf deiner Erkundungstour Lust auf asiatische Köstlichkeiten bekommst, mache einen Abstecher zum Banyi, dem besten japanischen Restaurant Dublins. Hier gibt es mittags Bento-Boxen, Sushi und klassische japanische Hauptgerichte. In einigen Pubs in Temple Bar, die auch noch spät nachts Alkohol verkaufen dürfen, steigt der Preis für ein Pint von Stunde zu Stunde.

Am anderen Flussufer der Liffey führt eine Wendeltreppe aus dem 18. Jahrhundert von einem ebenerdigen Buchladen zum The Winding Stair, einem Restaurant mit offener Küche, das ein Full Irish Breakfast und andere Klassiker anbietet. Im Norden Dublins, am Parnell Square, gleich unter dem Dublin Writer’s Museum im Gewölbekeller eines georgianischen Wohnhauses, in dem einst die Familie Jameson (genau, die mit dem berühmten Whiskey!) lebte, findest du das Chapter One. Hier kannst du nicht nur jede Menge Kunst bestaunen, sondern auch französisch inspirierte Gerichte genießen, die es locker mit denen in Paris aufnehmen können.

Spaß

Du interessierst dich für irische Geschichte und Kultur? Dann solltest du dir unbedingt die georgianischen Häuser rund um den Merrion Square ansehen, die während der Herrschaft der vier aufeinanderfolgenden Könige namens George erbaut wurden, welche Großbritannien und Irland zwischen 1714 und 1830 regierten. Am Merrion Square 1 kannst du das Haus bewundern, in dem der Dichter und Dramatiker Oscar Wilde aufwuchs. Ein Stück die Straße hinunter, in der Nr. 82, lebte der Nobelpreisträger Yeats während seiner Amtszeit als Senator des neuen Irischen Freistaats (1922–1928). Mehr über die Geschichte der Grünen Insel erfährst du auch in der National Gallery am Merrion Square West, die eine riesige Sammlung irischer Kunst beherbergt. Schau auch vorbei im Shelbourne Hotel, wo Michael Collins und ein Komitee im Jahr 1922 in Zimmer 112 die Verfassung für den Irischen Freistaat entwarfen und unterzeichneten, nachdem die britischen Truppen Dublin Castle evakuiert hatten.

Shopping-Fans kommen natürlich nicht um die Grafton Street herum. Neben kleinen Geschäften liegt auf der Haupteinkaufspromenade Dublins auch das Luxuskaufhaus Brown Thomas. Wenn du die Grafton Street weiter hinunter läufst, kommst du zum Trinity College. Auf jeden Fall solltest du die Old Library besuchen. Sie beherbergt unter anderem das Book of Kells, ein illustriertes Manuskript der vier Evangelien des Neuen Testaments, das von keltischen Mönchen um 800 n. Chr. angefertigt wurde, sowie den beeindruckenden 65 Meter langen Long Room, in dem sich 200.000 der ältesten Bücher der Bibliothek befinden.

Die wiederbelebten Docklands, heute Sitz internationaler Social-Media-Unternehmen, bieten jede Menge Stoff für tolle Fotos, zum Beispiel die von Santiago Calatrava in Form einer Harfe entworfene Samuel Beckett Bridge und das von Daniel Libeskind gestaltete Bord Gáis Energy Theatre. Das Irish Emigration Museum EPIC, das sich in einem restaurierten und denkmalgeschützten CHQ Building befindet, bietet spannende Einblicke für begeisterte Ahnenforscherinnen und -forscher.

Im The Liberties, einem Virtel, das im zwölften Jahrhundert außerhalb der Stadtmauern Dublins entstand, erfährst du viel Wissenswertes über die Stadt zu Zeiten der Wikinger und des Mittelalters. In die Vergangenheit kannst du auch im Dublinia eintauchen, einem interaktiven Museum, in dem Schauspielerinnen und Schauspieler Szenen aus dem Mittelalter und der Wikingerzeit nachspielen – Mitmachen erwünscht! Weitere Highlights sind die Christchurch Cathedral mit ihrer Krypta aus dem 12. Jahrhundert, Dublin Castle und die St. Patrick’s Cathedral, die dort steht, wo der Schutzpatron Irlands im 5. Jahrhundert irische Häuptlinge taufte. Kröne deinen kleinen Ausflug in die Geschichte der Stadt und der Insel mit einem frisch gezapften Pint im The Brazen Head, dem ältesten Pub Irlands, das 1198 erbaut wurde.

Verweilen

The Clarence Hotel

Am Rande von Temple Bar rockt das The Clarence – aber ganz ohne Superstar-Preise. Einigermaßen überraschend, wenn man bedenkt, dass das Haus Bono und The Edge von U2 gehört … Die Fassade aus Ziegelsteinen und Granit verrät bereits, dass es auch im Inneren klassisch weitergeht. Zur Auswahl stehen den Gästen 58 Zimmer und Suiten sowie ein Penthouse mit zwei Schlafzimmern und Terrasse. Im Cleaver East werden herzhafte Mahlzeiten serviert, in der neuen, verträumt blauen Lobby-Bar köstliche Cocktails. Keine Lust auf den nächtlichen Trubel in Temple Bar? Dann checke im The Clarence ein, wo U2 im Jahr 2000 erstmals ihren Hit „Beautiful Day“ spielten.

Dylan Hotel Dublin

Das Dylan Hotel Dublin ist wohl eines der schicksten Boutique-Hotels in Dublin. Ganz in der Nähe des Merrion Square gelegen, besticht das viktorianische Stadthaus aus Backstein durch sein modernes Antlitz und ursprüngliche Details wie Gewölbedecken und Bullaugenfenster. Auch heute noch dreht sich in dem ehemaligen Schwesternwohnheim alles um das Wohl der Mitmenschen – in diesem Fall der Gäste. 


Die 72 individuell gestalteten Zimmer und Suiten sind mit Nespresso-Maschinen und iPod-Docks ausgestattet. Jadefarbene Sessel und eine kunstvolle Wand aus echtem Moos bilden den Rahmen für wunderbare Mahlzeiten im The Eddison Restaurant. Es gibt zwei Bars, darunter eine nur für Gäste des Hotels: Im Ruby Room verschreibt der Barkeeper seinen Gästen gerne mal einen Irish Painkiller, einen Cocktail aus Powers John’s Lane Whiskey, Salbeisirup, Limette und Orangenbitter.