Die europäischen Wälder sind grüne Oasen der Ruhe und Lebensraum für zahlreiche Tiere. Gut zu hören, dass sich die Waldflächen in Europa in den vergangenen Jahrzehnten wieder ausgedehnt haben. Laut Deutschem Naturschutzring gibt es in Europa etwa 178 Millionen Hektar Wald, das entspricht rund 40 Prozent der Fläche. Und die Wälder sind so abwechslungsreich, wie die Länder, in denen sie liegen. Polarlichter, Wildpferde, Kunst und Ruinen aus der Steinzeit sind nur ein paar der Besonderheiten, die in den Wäldern unseres Kontinents anzutreffen sind. Entdeckt mit uns 10 sehenswerte Waldgebiete in Europa.

Nationalpark Abisko, Schweden

Omio Waldgebiete in Europa: Nationalpark Abisko - Aurora Borealis in Abisko - Flickr: US Embassy Sweden

Aurora Borealis in Abisko – Flickr: US Embassy Sweden

Beeindruckende Landschaften, unendliche Weiten, dichte Wälder und klare Seen – wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, ist in Schweden genau richtig. Im Norden des Landes, jenseits des Polarkreises und nahe der norwegischen Grenze, finden Reisende den perfekten Ort. Der Nationalpark Abisko, ein von mehreren Bergketten und dem Torneträsk-See umrandetes Tal, besteht bereist seit dem Jahr 1909 und ist einer von 29 Nationalparks in Schweden.

  • Gesamtfläche: 77 km²
  • Aktivitäten: mehrere Wanderrouten, Fernwanderweg Kungsleden, Beobachtungstouren zu den Aurora Borealis
  • Aussichtspunkte: von der Aurora Sky Station kann man die Polarlichter hervorragend beobachten (zwischen Oktober und März)
  • Tier- und Pflanzenwelt: überwiegend Birken und andere Laubbäume; Elche und Rentiere, seltener auch Polarfüchse, Luchse, Vielfraße und Bären
  • Campingplätze: zwei gekennzeichnete Gebiete – bei Abiskojaure Fjällstuga und am Nissanjåkka südlich von Abisko

Nationalpark Bayerischer Wald, Deutschland

Omio Waldgebiete in Europa: Bayerischer Wald - Luchs im Bayerischen Wald - Flickr: Steffen Zahn

Luchs im Bayerischen Wald – Flickr: Steffen Zahn

Der Bayerische Wald ist ein altes Waldgebiet in Deutschland und findet seine Fortsetzung im Böhmerwald in Tschechien. Beide Wälder bilden zusammen das größte zusammenhängende Waldgebiet in Mitteleuropa. Im Hinteren Bayerischen Wald liegt der Nationalpark Bayerischer Wald. Geschichtlich gesehen kommt dem Bayerischen Wald eine besondere Bedeutung zu. Er wurde 1970 gegründet und war somit der erste Nationalpark in Deutschland.

    • Gesamtfläche: 242,5 km²
    • Aktivitäten: rund 300 Kilometern Rund-, Linien- und Fernwanderwege und 200 Kilometer Radwege, im Winter Skilanglauf, Schlittenfahren und Schneeschuhwanderungen
    • Aussichtspunkte: der Große Rachel – bei gutem Wetter reicht der Blick bis zu den Aplen
    • Tier- und Pflanzenwelt: je nach Höhenlage überwiegend Fichten- bzw. Buchenwälder; Luchs, Wildkatze, Biber, Otter, Fledermäuse, Rehe und Hirsche
    • Campingplätze: keine Campingmöglichkeiten, aber andere Übernachtungsmöglichkeiten wie Hotels oder Pensionen

Nationalpark Peneda-Gerês, Portugal

Omio Waldgebiete in Europa: Nationalpark Peneda-Gerês - Nationalpark Peneda-Gerês - Flickr: François Philipp

Nationalpark Peneda-Gerês – Flickr: François Philipp

Eine beeindruckende Landschaft mit weiten Tälern und dichten Wäldern macht den Nationalpark Peneda-Gerês im Norden Portugals aus. Er wurde 1971 gegründet und ist der einzige Nationalpark des Landes. Seit 2009 besitzt er auch den UNESCO-Status eines geschützten Biosphärenreservat. Das Gebiet wurde schon 4.000 v. Chr. besiedelt und so findet man hier zahlreiche Relikte der Vergangenheit, darunter Dolmen und Großssteingräber, sowie weitere Ruinen von Bauwerken ehemaliger Bewohner der Gegend. Nicht weniger als sechs Flüsse fließen durch den Nationalpark, mal schnell und reißerisch, dann wieder langsamer. Unterbrochen werden die Flüsse von zahlreichen Wasserfällen.

  • Gesamtfläche: 702,9 km²
  • Aktivitäten:  Kajak- und Kanutouren, verschiedene Wanderrouten, z.B. die Ruta de Mézio
  • Aussichtspunkte: verschiedene Aussichtpunkte bietet die Römestraße Roman Geira, die einst Astorga in Spanien mit Braga in Portugal verband
  • Tier- und Pflanzenwelt: Eichen, Birken, Kastanien, Eukalyptus, Stechpalmen, Maulbeer- und Erdbeerbäume, in den höheren Lagen Heidekraut, Ginster und Wacholder; Wildschweine, Füchse, Wildkatzen, Steinadler, Bussarde, Falken und Uhus
  • Campingplätze: sechs kleine Campingplätze

Nationalpark De Hoge Veluwe, Niederlande

Omio Waldgebiete in Europa: NationalPark De Hoge Veluwe . Kunst im Nationalpark De Hoge Veluwe - Flickr: Jordanhill School D&T Dept

Kunst im Nationalpark De Hoge Veluwe – Flickr: Jordanhill School D&T Dept

Die Niederlande sind vor allem wegen ihrer flachen Landschaft bekannt. Der Nationalpark De Hoge Veluwe zeichnet sich durch einen Wechsel von Waldgebieten mit Dünen und weitläufigen Heidelandschaften aus. Ursprünglich wurde der Park von dem Unternehmer Anton Kröller im Jahr 1909 als Jagdrevier angelegt. Für die Jagd wurden hier europäische Mufflons und Hirsche ausgesetzt. Der Park vereint Natur mit Kunst und Architektur. Das Jagdhaus St. Hubertus, das sich noch heute in dem Nationalpark befindet, wurde von dem berühmten niederländischen Architekten Hendrik Petrus Berlage entworfen.

    • Gesamtfläche: 55 km²
    • Aktivitäten: Führungen durch das Jagdhaus St. Hubertus, kostenloser Fahrradverleih
    • Aussichtspunkte: das Kröller-Müller-Museum – eine Kunstsammlung mit Werken von Vincent van Gogh, Pablo Picasso, und anderen Künstlern – und das Museonder
    • Tier- und Pflanzenwelt: flache Heidelandschaft und waldigen Abschnitte; Rot- und Rehwild, Wildschweine, Mufflons, Füchse, Dachse und Baummarder
    • Campingplätze: Naturcampingplatz am Eingang Hoenderloo

Naturpark Fragas do Eume, Spanien

Omio Waldgebiete in Europa: Naturpark Fargas do Eume - Flickr: @ondasderuido

Naturpark Fragas do Eume – Flickr: @ondasderuido

Im Naturpark Fragas do Eume finden Besucher eine beeindruckende Wald- und Flusslandschaft vor. Fragas steht im Spanischen für einen Mischwald. Der Naturpark erstreckt sich zu beiden Seiten des Fluss Eume in Galizien. Mit seiner üppigen und grünen Vegetation zählt der er zu den gemäßigten Regenwäldern. Er ist zudem einer der wichtigsten Küstenwälder am Atlantik. Der Park lässt sich am besten zu Fuß erkunden.

    • Gesamtfläche: 90 km²
    • Aktivitäten: Wanderungen, Kajaktouren, Schwimmen
    • Aussichtspunkte: das Mosteiro de Caaveiro, ein Kloster aus dem 11. Jahrhundert, bietet die beste Aussicht auf den Naturpark
    • Tier- und Pflanzenwelt: unter anderem Eichen, Erlen, Pappeln, Eschen und Kastanien, mehr als 20 verschiedene Farne und über 200 unterschiedliche Flechtenarten; Eulen, Habichte, verschiedene Reptilienarten, Wildscheine, Rehwild und Eichhörnchen
    • Campingplätze: Campingplatz Fragadeume, eingebettet in einem alten Bauernhof

New Forest National Park, Großbritannien

Omio Waldgebiete in Europa: New National Forest - Sonnenaufgang im New Forest National Park - Flickr:  davidgsteadman

Sonnenaufgang im New Forest National Park – Flickr: davidgsteadman

In der romantischen Landschaft Südenglands, in der Grafschaft Hampshire, liegt der New Forest National Park. Der Name ist etwas irreführend, denn der New Forest ist weder ein erst kürzlich eröffneter Nationalpark, noch ist er ein Wald im herkömmlichen Sinne. Die Landschaft ist ein Patchwork aus überwiegend Heideland mit einigen abgegrenzten Waldgebieten. Seine Ursprünge hat der New Forest als königliches Jagdgebiet. Wilhelm I, in der englischen Geschichte auch bekannt als William the Conquerere, ging hier schon im Jahr 1079 auf Hirschjagd.

  • Gesamtfläche: 571 km²
  • Aktivitäten:  zahlreiche Wanderrouten und Picknickplätze, geführte Touren über Geologie, Tierwelt und zu den Bräuchen der Gegend
  • Aussichtspunkte: im westlichen und östlichen Teil des New Forest bieten eine Reihe von Aussichtpunkten überwältigende Ausblicke
  • Tier- und Pflanzenwelt: Heidelandschaften, in den Waldgebieten Eichen und Buchen; New-Forest Pony, Esel, Rinder, Rehe und Hirsche, verschiedene Natteraten und Kreuzottern
  • Campingplätze: zehn Campingplätzen im Nationalpark; einer der größten ist der Hollands Wood Campingplatz

Nationalpark Circero, Italien

Omio Waldgebiete in Europa: Nationalpark Circero - Wikimedia: Egnoka

Nationalpark Circero – Wikimedia: Egnoka

Bergige Landschaften, schroffe Küsten, wunderschöne Sandstrände und kirstallklares Wasser zeichnen den Nationalpark Cicero aus. Er liegt entlang der Küste des Tyrrhenischen Meeres zwischen den bekannten Badeorten Anzio und Terracina und etwa 90 Kilometer südlich von Rom. Namensgebend für den Park ist der Monte Circeo, dessen bewaldete Hänge steil ins Meer abfallen. Der Park wurde 1934 gegründet und gehört damit zu den ältesten italienischen Nationalparks. Im Herbst bilden sich in dem Waldgebiet riesige Piscinas, also Swimming Pools, die ganze Waldabschnitte unter Wasser setzen. Die morastigen Wasserflächen sind allerdings alles andere als zum Schwimmen geeignet. Neben dem Waldgebiet gehören noch vier weitere Landschaften zum Nationalpark: das Vorgebirge des Monte Circeo, eine Dünenlandschaft an der Küste, die vier Salzseen Paola, Caprolace, Monaci und Fogliano und die Insel Zannone

  • Gesamtfläche: 33 km²
  • Aktivitäten: mehrere Rad- und Wanderrouten der unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrade und mit unterschiedlichem Fokus auf Natur, Tierwelt oder Geschichte
  • Aussichtspunkte: der Torre Paola ist ein verlassener Turm und bietet einen guten Ausblick auf den Nationalpark
  • Tier- und Pflanzenwelt: Eichen, Eschen Stein- und Korkeiche, Lorbeer und einige wilde Beeren; Wildschweine, Hasen, Füchse, Wiesel und Dachse
  • Campingplätze: im Nationalpark, den umliegenden Gegenden und entlang der Küste es zahlreiche Campingplätze

Regionaler Naturpark Landes de Gascogne, Frankreich

Omio Waldgebiete in Europa: Regionaler Naturpark Landes de Gascogne - Wikimedia: Larrousiney

Regionaler Naturpark Landes de Gascogne – Wikimedia: Larrousiney

Der Regionale Naturpark Landes de Gascogne ist ein Teil des Forêt des Landes, dem größten zusammenhängende Waldstück Westeuropas. Er befindet sich im Süden Frankreichs in der Region Aquitanien. Die Landschaft ist geprägt von dichten Kiefernwälder und dem Tal des Flusses Eyre. Im Feuchtgebiet entlang des Flusses wachsen mächtige Laubbäume, die in einem starken Kontrast zu den Kiefernwälder des restlichen Naturparks stehen. Außerdem bildet das Becken von Arcachon einen Teil des Naturparks. Die Landschaft hier ist von Ebbe und Flut geprägt. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Waldgebieten ist der Forêt des Landes nicht natürlich gewachsen, sondern wurde seit dem 18. Jahrhundert zur Trockenlegung der Sümpfe und Moore von Menschen angelegt. Wegen der künstlichen Anlegung sind daher auch die meisten Bäume gleich alt.

  • Gesamtfläche: 3.150 km²
  • Aktivitäten: Wanderungen, Radtouren, Reitausflüge, Kanu- und Kajaktouren
  • Aussichtspunkte: der Vogelpark Le Teich am Becken von Arcachon bietet beste Bedingungen um Vögel zu beobachten
  • Tier- und Pflanzenwelt: Kiefern- und Laubwälder; Rehe, Hirsche, Hasen, Eichhörnchen, Igel, Füchse, Wildschweine und Ringelnattern, im Mündungsdelta der Eyre auch heimische und Zugvögel
  • Campingplätze: mehrere Campingplätze im Naturpark

Trögerner Klamm, Österreich

Omio Waldgebiete in Europa: Trögerner Klamm - Wikimedia: Johann Jaritz

Trögerner Klamm – Wikimedia: Johann Jaritz

Schroffe Felswände und bizarre Kalksteinformationen ergeben ein wildromatisches Bild in der Schluchtenlandschaft der Trögerner Klamm. Die Schlucht ist etwa drei Kilometer lang und wird vom namensgebenden Trögernbach durchflossen, der sich über die Jahrtausende seinen Weg 600 Meter tief in die Felslandschaft gebahnt hat. Im Trögerner Klamm befindet man sich somit auf ehemaligem Meeresgrund. Felsabbrüche geben den Blick frei auf Fosilien, die vor hunderten von Jahren auf diesem Meeresgrund lebten und heute in den Kalksteinformationen verewigt sind.

  • Gesamtfläche: 1,5 km²
  • Aktivitäten: drei Kilometer langer Wanderweg mit wenig Steigung
  • Aussichtspunkte: Silberbründl, eine Quelle am Anfang des Wanderweges
  • Tier- und Pflanzenwelt: Grauerlen und Buchen; 40 verschiedenen Vogel- und 130 Spinnenarten
  • Campingplätze: keine Campingmöglichkeiten im Trögerner Klamm und in der näheren Umgebung, auch das Wildcampen ist hier nicht erlaubt

Ardennen, Belgien

Omio Waldgebiete in Europa: Ardennen in Belgien - Flickr: Luxembourg belge

Ardennen in Belgien – Flickr: Luxembourg belge

Im Grenzgebiet zwischen Deutschland, Belgien, Frankreich und den Niederlanden liegt das Waldgebiet Ardennen. Der Name leitet sich von dem keltischen Wort “Arduenna”, das für Hochwald steht, ab. Aufgrund der Lage blicken die Ardennen auf eine bewegte Geschichte zurück. Zum einen wechselte die Länderzugehörigkeit häufig zwischen den angrenzenden Staaten, zum anderen war das Gebiet Schauplatz für Kämpfe sowohl im Ersten, als auch im Zweiten Weltkrieg. Heute sind die Ardennen ein beliebtes Wandergebiet.

  • Gesamtfläche: 11.200 km²
  • Aktivitäten: Wander- und Trekkingpfade, Mountainbiking (für erfahrene Sportler) und Kanutouren (für alle Schwierigkeitsstufen)
  • Aussichtspunkte: das Hohe Venn ist die höchste Erhebung in den Ardennen und liegt zum Teil in Belgien und zum Teil in Deutschland
  • Tier- und Pflanzenwelt: Laub- und Nadelwälder – Eichen, Buche, Birken, Pappeln, Weiden, Koniferen, Tannen, Lärchen, Fichten; Obst- und Nussbäume, Stechpalmen, Holunder und Mispel; Füchse, Wildschweine, Hirsche, Rehe, Wildkatzen und zahlreiche Vogelarten
  • Campingplätze: fünf Campingplätze verteilt über das gesamte Gebiet, der größte von ihnen ist Camping Betrix in der Nähe der Städte Bouillon und Bastogne
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