Das Berghain in Berlin, der Megapark auf Mallorca oder Fabric in London – diese namhaften Clubs sind den meisten Touristen ein Begriff. Zu mainstream? Dann seid ihr hier richtig. Wir haben uns auf die Suche nach Geheimtipps der Electro- und Technoszene gemacht, in denen ihr die Nacht jenseits des touristischen Rummels durchtanzen könnt. Auch was ihr für Getränke sowie Eintritt einplanen müsst und welche Hürden es am Einlass geben könnte, erfahrt ihr hier.

Fundbureau in Hamburg, Deutschland

unterschaetzte clubs Hamburg

Foto: Fundbureau.de, Fotograf: Lee Maas

Das Fundbureau war früher tatsächlich einmal ein Fundbüro, wo die Hamburger Fundsachen ersteigern konnten. Heute ist es vor allem unter alt eingesessenen Hamburgern der Anlaufpunkt in Sachen elektronischer Musik. In einem graffitibesprühten Hinterhof und mit seinen engen Gängen versprüht das Fundbureau seinen charakteristischen, signifikanten aber auch familiären Underground-Charme. Besonders legendär in Hamburg sind die “Datschapartys”, bei denen Russisches Bier, Russischer Wodka und Russische Häppchen serviert werden. Lokale Hamburger DJs legen hier ebenso auf wie große Namen aus der Techno-Hauptstadt Berlin. Das Fundbureau bietet auch Raum für Theateraufführungen, Ausstellungen und Konzerte.

  • Bier? 2,50 € für Astra, Becks kostet 3 €.
  • Eintritt? 3 – 12 €, je nachdem, wer auflegt.
  • DJs? Lokale Plattenkünstler wie Heiße Pladde, Saltown, Sahne & Seife sowie bekannte DJs aus Berlin residieren hier.
  • Einlass? Reinkommen ist nicht sehr schwer, auf der sicheren Seite sind jedoch Gruppen mit Vertretern beider Geschlechter.

White Mink in London, Großbritannien

Unterschaetzte Clubs London

Foto: Fickr.com, WhiteMink

Eigentlich ist White Mink kein einzelner Club, sondern das Trio Nick Hollywood, Chris Tofu und Dan O’Neill, die unter diesem Namen die besten DJs, Tänzer sowie Cabaret- und Burlesquekünstler auf eine riesige Party holen. Ursprünglich als Launchpartys für die White Mink : Black Cotton (Electro Swing vs. Speakeasy Jazz) Compilations vorgesehen, sind White Mink Feten heute die beste Anlaufstelle für Electroswing-Partys in London und Mittelpunkt der Clubszene. Sie sind sehr gut besucht und finden viermal jährlich im Londoner Village Underground im Shoreditch statt. Auch in Bristol, Brighton und Bath gibt es Ableger. White Mink Partys finden heute bereits international und auf ausgewählten Festivals statt.

  • Bier? £4
  • Eintritt? £12-17, je nachdem wie schnell du Tickets kaufst.
  • DJs? Hier tagt das Freshly Squeezed Music label, ebenso gibt es Live-Performances von Sängern und Cabaret.
  • Einlass? Tickets muss man bereits vorher besorgen, sie sind sehr begehrt und meist schon lange im Voraus ausverkauft. Einen Dresscode gibt es nicht, doch viele Besucher erscheinen gerne im 20er Jahre Outfit.

Pratersauna in Wien, Österreich

unterschaetzte electro clubs Wien

Foto: Wikimedia Commons, Gugerell

Die Pratersauna eröffnete 1965 als Wellness-Center ihre Pforten, war in den 60er Jahren jedoch schnell als Swinger-Club und Treff der Russischen Mafia bekannt. 2009 wurde sie als Bar und Club neu eröffnet und gilt heute als einer der wichtigsten Zentren der österreichischen Technoszene. Internationale Acts verschlägt es hierher nach Wien. Einige Floors besitzen nach wie vor den 60er Jahre Sauna-Charme, während andere Räume sowie die Toiletten und die Fassade neu gestaltet wurden – unter anderen von Designern der All Austrian Arts. Auch der Pool ist noch in Benutzung, denn im Sommer dient die Pratersauna als ganz normales Freibad. Nachts ist er beleuchtet und erfreut das Feiervolk mit toller Atmosphäre. Auch werden hier Konzerte gespielt und Räume für Galerien und Kunstausstellungen zur Verfügung gestellt.

    • Bier? 4-5 €, Cocktails um die 9 €
    • Eintritt? 8 – 15 €, es gibt Studentenrabatt und Tickets können online vorbestellt werden.
    • DJs? Electric Indigo, Laminat, Moogle – internationale Gäste sind etwa Mathias Tanzman oder Andhim
    • Einlass? Leichtes Reinkommen, freitags und samstags müsst ihr jedoch mit 1/2 – 1 Stunde Anstehen rechnen.

Roxy in Prag, Tschechien

unterschaetzte electro clubs Prag

Foto: Flickr, Tim Jones

Mitten in der Altstadt gelegen repräsentiert das Roxy die Gegenkultur zum Mainstream- und Tourinachtleben Prags. Als ehemaliges jüdisches Kinotheater mit Jugendstil-Interieur ist der Club eher unkonventionell und eine der ältesten Adressen für die tanzfreudigen Nachtschwärmer. Er ist Überlebender des großen Club-Sterben im Prag der 90er und weltbekannt in der Underground-Szene. Der Mainfloor – der ehemalige Kinosaal – ist riesig, in diversen weiteren Räumen befinden sich Bars und Sitzgelegenheiten. Auch das NoD, das Kino-, Theater- und Kunstzentrum, ist in dem Gebäude untergebracht.

  • Bier? Corona gibt es ab 1,40 €
  • Eintritt? Je nach Event, montags ist der Eintritt frei.
  • DJs? Selecto und Comandante lassen es hier mit ihren Platten regelmäßig krachen.
  • Einlass? Sehr leicht, der Dresscode ist unkompliziert leger bis stylisch, Tickets können vorher online gebucht werden.

Indústria Club in Porto, Portugal

Als einer der ältesten Clubs der Stadt beherbergte der Indústria Club bereits Szenengrößen wie Garnier, Danny Krivit und Tenaglia. Erst 2011 wurde der Club von DJ Vibe, einer von Portugals erfolgreichsten DJs, neu eröffnet. House, Drum’n’Bass und Electro wummert hier aus der Anlage und bringt die Menge zum tanzen. Wer hier auflegt, gilt als Vorreiter der in Portugal noch nicht ganz so populären Szene elektronischer Musik. Der Indústria Club öffnet erst um 2 Uhr morgens seine Pforten, das ca. 25-35-jährige Publikum muss sich also auf eine lange Nacht einstellen. Mittwoch bis Samstag ist der Club geöffnet und befindet sich mitten im Kneipen- und Clubviertel von Porto. Das Publikum im Club ist im Vergleich zu anderen ziemlich ausgewählt, zudem gibt es Wein und Champagner an der Bar, was nicht unbedingt typisch für Electroclubs ist.

  • Bier? Für einen Drink muss man hier schon einmal 5 bis 10 € einplanen.
  • Eintritt? Durchschnittlich 15 €
  • DJs? DJ Vibe und Paul Day heizen die Meute regelmäßig an.
  • Einlass? Erst um 2 Uhr morgens, die Türsteher können beim Einlass durchaus wählerisch sein.

Fuse in Brüssel, Belgien

unterschaetzte electro clubs Bruessel

Foto: FUSE

Das Fuse ist die Nummer Eins unter den Techno-Clubs in Belgien und bereits seit dem 16. April 1994 in Betrieb. Unter Insidern gilt es als der Himmel für qualitativ hochwertigen Techno und sein Ruf holt regelmäßig die besten und innovativsten DJs der Szene auf den Plan. Das hervorragende moderne Sound- und Lichtsystem verspricht ein extravagantes Tanzerlebnis auf zwei Floors: Während sich auf dem Mainfloor bekannte DJs wie Jeff Mills, Kevin Saunderson, Dave Clarke oder Stacey Pullen die Klinke in die Hand drücken, ist der kleinere “Motion Room” für experimentelle Underground-DJs aus Brüssel bestimmt. Mit einem bewachten Parkplatz bietet der Club auch allen Autofahrern einen guten Service. Er liegt zudem gut erreichbar im Stadtzentrum und unweit vieler Hotels.

  • Bier? Kostet im Fuse 3 €
  • Eintritt? Abhängig vom Lineup kostet der Eintritt vor Mitternacht ca. 9 €, nach Mitternacht muss mit ca. 13 € gerechnet werden.
  • DJs? Pierre und Deg
  • Einlass? Die Türsteher sind hier recht entspannt und ein Outfit im Casual Look reicht völlig.

Le Cannibale in Mailand, Italien

unterschaetzte electro clubs Mailand

Foto: Le Cannibale

Le Cannibale ist eine populäre Partyreihe im Tunnel Club, einer bekannten Underground-Adresse in Mailand. Sie findet jeden Freitag oder Samstag von 22.45 – 4.30 Uhr statt. Erst kürzlich, am 20. September 2014 wurde der Club wieder eröffnet. Die atmosphärische Location ist, wie der Name vermuten lässt, ein alter Backstein-Tunnel voller Stahlrohre, der unter dem Schienennetz von Mailand nahe des Hauptbahnhofs verläuft. Beim Cannibale dabei zu sein bedeutet, sich mitten hinein in eine andere Kultur zu stürzen und die Welt sowie sich selbst in völlig neuem Licht zu sehen. Unter dem Motto “jeder Kuss ist am Ende ein Biss” wird hier ausgiebig einem Mix aus Synthie, New Wave, Disco und Techno gehuldigt. International bekannte Künstler wie SOHN und Siriusmo waren bereits Gäste bei Le Cannibale.

  • Bier? Das Bier ist günstig, für Cocktails muss man um die 8 € ausgeben.
  • Eintritt? Tickets sollten vorher online gekauft werden, sie kosten zwischen 10 und 15 €.
  • DJs? Lokale Größen an den Plattentellern sind UABOS (Matteo Pepe), Andrea Ratti und Kosmi.
  • Einlass? Der Club ist ziemlich klein, weshalb man rechtzeitig vor Ort sein sollte, um noch rein zukommen.

Roest in Amsterdam, Niederlande

unterschaetzte electro clubs amsterdam

Foto: Amsterdam Roest

Bekannt ist das Roest vor allem als absolut außergewöhnliche Partylocation in Amsterdam. Das alte Fabrikgebäude in Oostenburg versprüht Underground-Charme und sorgt gleichzeitig für eine einmalige Akustik. Lediglich eine Bar wurde eingebaut, ansonsten ist die Lagerhalle aus dem letzten Jahrhundert unverändert geblieben. Wo früher noch Werften, Dampfer-Häfen und Dampfmaschinen dominierten, ist heute ein Zentrum für Film, Theater, Festivals und DJs entstanden. Innovation, Individualität und Inspiration sind die zentralen Leitfäden des Amsterdam Roest. Wem nicht nach Tanzen zu elektronischen Klängen zumute ist, kann sich in der Strandbar einen Drink und etwas vom Grill gönnen, am Lagerfeuer entspannen oder auf dem Flohmarkt im Lagerhaus stöbern.

  • Bier? Mit 2,50 € für ein Bier kann man nichts falsch machen.
  • Eintritt? Ist meistens kostenlos, wenn bekannte DJs auflegen können sich die Preise allerdings zwischen 4 und 30 € bewegen.
  • DJs? Marcel Barlag, Jules de la Courgette und EINDBAAS
  • Einlass? Jeder erhält Zutritt. Bei Themenpartys sind entsprechende Dresscodes natürlich gern gesehen.

Moog in Barcelona, Spanien

unterschaetzte electro clubs Barcelona

Foto: Flickr, Joakim Westerlund

365 Tage im Jahr ist das Moog geöffnet – für alle, die einfach nicht genug bekommen. 1996 eröffnet, befindet sich der Club im Herzen von Barcelonas Altstadt in dem kleinen ehemaligen Cabaret-Theater Villa Rosa. Trotz des begrenzten Platzes hat es schon internationale Vertreter der Electroszene wie James Holden nach Barcelona verschlagen. Geleitet wird das Moog von der Gruppe Mas i Mas, die Clubs in ganz Barcelona besitzen und Festivals elektronischer Musik organisieren. Der beste Tag für einen Besuch ist Mittwoch, da viele internationale DJs an diesem Tag auflegen und der Club nicht so voll ist wie am Wochenende. Auf einer weiteren Etage ist ein zweiter Floor, auf dem meist ortsansässige DJs Electro-Pop und 80er/90er auflegen. Um 5 Uhr morgens schließt das Moog die Pforten wieder.

    • Bier? 4 €
    • Eintritt? Liegt meist bei 10 €
    • DJs? Omar León, Gus und DJ Olmos, die ihre Tanzmeute mit ihren ganz eigenen Musikstilen erfreuen.
    • Einlass? Ins Moog kommt man relativ einfach, zu aufgebrezelt darf man allerdings nicht sein.

Le Rex Club in Paris, Frankreich

unterschaetzte electro clubs Paris

Foto: Flickr, TheArches

Der Rex Club befindet sich im Keller des berühmten Grand Rex, einem historischen Kino, in dem etwa Alfred Hitchcocks “Die Vögel” Premiere feierte. Der Club selbst eröffnete in den 80ern als Knotenpunkt für Rockmusik und hat sich bis heute zu einer der wichtigsten Institutionen der Pariser Clubszene entwickelt. Seit 1992 macht Technopionier Laurent Garnier das Rex zu einem Hotspot moderner Technomusik in Paris, so dass es mittlerweile als “Tempel elektronischer Musik” bezeichnet wird. Viele berühmte Künstler haben hier ihre ersten Beats aufgelegt. Seit 2006 verfügt das Rex über ein neues, hochmodernes Soundsystem mit über 70 Sound-Modulen im gesamten Clubbereich. Wie üblich geht es hier erst weit nach Mitternacht los.

  • Bier? In Paris muss man schon mal mit einem Bier-Rekord-Preis von 8,50 € rechnen.
  • Eintritt? Ab 15 €
  • DJs? Laurent Garnier präsentierte früher regelmäßig die “Wake Up” Abende, heute leisten ihm DJs wie Jennifer Cardini, D’julz und Chloé Gesellschaft.
  • Einlass? Zieh dich möglichst schick an und achte darauf, nur in gemischten Gruppen zu erscheinen. Zudem müssen längere Wartezeiten eingeplant werden.

Facebook locals Omio

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn