Sie verleihen jeder Stadt Glanz, Würde und Anmut: Opernhäuser sind die Schmuckstücke einer jeden europäischen Metropole, und ziehen mit ihren magischen Klängen jedes Jahr tausende Besuscher in ihren Bann. Sie stehen symbolträchtig für die Geschichte und die Kultur eines Landes und laden Begeisterte dazu ein, eine andere Welt zu betreten – die Welt der Musik. Omio möchte euch heute zehn ganz besonders schöne Opernhäuser vorstellen, die bestimmt ein Highlight eures nächsten Urlaubs werden können.

Grand Opera House, Belfast

Dieses geschichtsträchtige Opernhaus öffnete seine Pforten bereits im Jahr 1095 – und strahlt bis heute, obwohl es seitdem mehrmals vor der Schließung stand. Seine erste Blütezeit erlebte das Grand Opera House ausgerechnet während des Zweiten Weltkrieges, als die reisende Schauspielertruppe “Savoy Players” vor illustren Persönlichkeiten wie dem späteren US-Präsidenten Eisenhower auftrat. Die zivilen Unruhen in Nordirland ab 1969 führten schließlich dazu, dass das Musikhaus 1974 für immer geschlossen werden sollte. Die Ulster Architectural Society retette es vor dem Aus, doch schon 1993 kam der nächste herbe Rückschlag: Zwei Autobomben beschädigten das Gebäude so stark, dass es renoviert werden musste. Seitdem erstrahlt es aber wieder in altem Glanz.

  • Erste Aufführungen: Urspünglich Shakespeare und Burlesque-Shows. 1963 gab der junge Luciano Pavarotti hier sein Debüt als Lieutnant Pinkerton in “Madame Butterfly”.
  • Jahr der Eröffnung: 1895
  • Sitze: 1063
  • Orchester/Dirigent: wechselnd
  • Was wird gerade gespielt: One man two guvnors
  • Eintrittspreise: zwischen 12 und 50 Pfund, abhängig von der Vorstellung und der Sitzplatzkategorie
  • Führungen: Können telefonisch gebucht werden, Online-Rundgang hier:

Komische Oper, Berlin

Das von den Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer entworfene Opernhaus war unter seinem alten Namen, “Theater unter den Linden”, ursprünglich als Amüsierbetrieb bekannt. 1892 gegründet, wurde es bereits sechs Jahre später umgebaut und in “Metropol Theater” umbenannt – so sollte es sich zu einem der bedeutendsten Häuser für Operetten im ganzen Land entwickeln. Mit der Machtergreifung der Nazis geriet das Metropol Theater unter den Einfluss des Reichspropagandaministeriums – Es verkam so zu einem Spektakelhaus für die breite Masse, bevor es 1945 während des Bombardements Berlins durch die Alliierten zerstört wurde. Bereits 1947 konnte es jedoch unter dem heutigen Namen “Komische Oper” seine Wiederauferstehung feiern.

  • Erste Aufführungen: “Die Fledermaus” von Johann Strauss
  • Jahr der Eröffnung:1892
  • Sitze: 1190
  • Orchester/Dirigent:  Barrie Kosky
  • Was wird gerade gespielt: West Side Story, Das Gespenst von Canterville, Sinfoniekonzert 2: Vladimir Jurowski, Ulrich Matthes und Johannes Moser, Die schöne Helena, Die Zauberflöte
  • Eintrittspreise: 10-149 Euro, abhängig von Vorstellung und Sitzplatzkategorie. Konzerte/Oper für Kinder: 10/8 (bis 18 Jahre) Euro. Foyer/Kammerkonzerte: 15/11 Euro (reduziert).
  • Führungen: Als einfache Tour oder als Special erhältlich, Blick hinter die Kulissen.

Liège Opera House, Belgien

Bereits ab 1816 wurde das Theater auf Entscheid von König Willem I. der Niederlande von dem zeitgenössischen Architekten Duckers auf den Grundrissen eines alten Klosters erbaut – mit Baumaterial, das aus zwei alten, abgerissenen Kirchen gewonnen wurde. Die wichtigste künstlerische Rolle spielen heute Werke aus dem 19. Jahrhundert, wie etwa von Verdi, Puccini oder Massenet. Das Konzerthaus geht aber auch neue Wege, in dem es Stücken aus dem 18. Jahrhundert Raum gewährt – Künstler wie Cherubini, Gluck und Galuppi sind so ebenfalls vertreten. Das Orchester und der Chor in Liège sind weltweit bei Publikum wie Professionellen dafür berühmt, diese verschiedenen Genres perfekt zu beherrschen.

  • Erste Aufführungen:  unbekannt
  • Jahr der Eröffnung: 1820
  • Sitze: 1033
  • Orchester/Dirigent:  Stefano Mazzonis di Pralafera/Paolo Arrivabeni
  • Was wird gerade gespielt: LUISA MILLER, Verdi
  • Eintrittspreise: zwischen 10 und 80 Euro, abhängig von Vorstellung und Sitzplatzkategorie
  • Führungen:  Online-Tour verfügbar

Det Kongelige Teater, Kopenhagen

Mit Baukosten von unfassbaren 500 Millionen Dollar ist dieses von Architekt Henning Larsen neu erbaute Prachtexemplar nicht nur eines der teuersten, sondern auch der modernsten Opernhäuser der Welt. Die Decke des Auditoriums ist mit einer Schicht aus beinahe reinem Blattgold überzogen – 105 000 Blätter wurden dort angebracht. Das ursprüngliche Theater, das bereits 1874 eröffnete, glänzte zwar bei Weitem nicht mit so viel Pomp, dafür aber damals schon mit musikalischen Perlen. Im großen Konzertsaal für 1600 Gäste gibt es sogar eine Loge, die für die Königsfamilie reserviert ist, die den Vorstellungen dort anscheinend gerne und regelmäßig beiwohnt.

  • Erste Aufführungen: “Aida” von Guiseppe Verdi
  • Jahr der Eröffnung: 1874/Neubau 2004
  • Sitze: Je nach Größe des Orchesters zwischen 1492 und 1703
  • Orchester/Dirigent:  Erik Jacobsen (Gesamtleitung), Emmet Feigenberg (Schauspieldirektor), Nikolaj Hübbe (Ballettdirektor), Sven Müller (Operndirektor), Michael Schønwandt (Musikdirektor)
  • Was wird gerade gespielt: Lady McBeth von Mzenks
  • Eintrittspreise: 125-795 Kronen für die Oper, 95-695 Kronen für das Ballett
  • Führungen:  Geführte Touren verfügbar

Teatre Principal de Maó, Spanien

Das älteste Theater in ganz Spanien steht auf der Balearen-Insel Menorca, und wurde ursprünglich aus Steinen der alten Stadtmauer der Hauptstadt Mahon gebaut. 1829 für den Opern-Magnaten Giovanni Palagi erschaffen, wurde das Konzerthaus im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) schwer beschädigt und musste neu aufgebaut werden – trotz all der heute eingesetzen modernen Technik hat es sich jedoch seinen ursprünglichen Charme erhalten können. Da es das einzige Theater der Insel ist, wechselt das Programm verhältnismäßig häufig und ist sehr vielfältig.

  • Erste Aufführungen:  unbekannt
  • Jahr der Eröffnung: 1829
  • Sitze: 837
  • Orchester/Dirigent:  wechselnd
  • Was wird gerade gespielt: Amantes, El Pou de na Patarrà
  • Eintrittspreise: 10-25 Euro, abhängig von Vorstellung und Sitzplatzkategorie
  • Führungen: Tour möglich, auch online

Teatro Regio, Turin

Bereits im Jahr 1740 gegründet, ist das Regio eines der größten und wichtigsten Konzerthäuser Europas. Da es aufgrund eines Feuers im Jahr 1936 schwer beschädigt wurde, musste man es wieder aufbauen – was fast 40 Jahre in Anspruch nahm, bis 1973, um genau zu sein. Die Architekten Marcello Zavelani Rossi und Carlo Mollino wurden damals mit dem Umbau betraut, der das Regio schließlich an die Spitze der europäischen Szene katapultierte: heute gibt es dort nicht nur Opernveranstaltungen, sondern auch Synphonie-Orchester geben sich die Ehre, wiewohl auch Veranstaltungen wie der Torino Settembre Musica, Torinodanza, RegioneInTour und Punto Verde Giardini Reali.

  • Erste Aufführungen:  “Arsace”, Francesco Feo, 1740
  • Jahr der Eröffnung: 1740
  • Sitze: 1582
  • Orchester/Dirigent: Gianandrea Noseda
  • Was wird gerade gespielt: Gulio Cesare
  • Eintrittspreise: 29-160 Euro, Rabatte für Jugendliche, Senioren und Menschen mit Behinderung
  • Führungen: Von September bis Juli

Folies Bergères, Paris

Benannt nach der nahegelegenen Rue Bergère, war das Konzerthaus in seiner Anfangszeit vor allem für Operetten, komische Oper, Kabarett und sogar gymnastische Darbietungen bekannt. Wirkliche Berühmtheit erlangte es während der Belle Epoque um 1890, unter anderem auch durch das Gemälde des Künstlers Édouard Manet, der hier sein “A Bar at the Folies-Bergère” malte – das Bildnis zeigt eine junge Dame, vor einem Spiegel. Henri Toulouse-Lautrec besuchte regelmäßig die Vorstellungen im Folies, Proust schrieb über das Etablissement in seiner Geschichte “À la recherche du temps perdu”, Stars wie Charlie Chaplin und Stan Laurel gaben sich die Klinke in die Hand. Heute werden dort hauptsächlich Musicals dargeboten.

  • Erste Aufführungen: unbekannt
  • Jahr der Eröffnung: 1869
  • Sitze: wechselnd je nach Vorstellung
  • Orchester/Dirigent: wechselnd
  • Was wird gerade gespielt: Gregoire, Love circus, Trotro fait son cirque
  • Eintrittspreise: 19-90 Euro, Rabatt für Gruppen ab 10 Personen
  • Führungen: Keine

Seebühne Bregenz, Österreich

Mit Platz für bis zu 7000 Zuschauer handelt es sich hierbei um nicht weniger als die größte Bühne der Welt – das Programm ist entsprechend. So sind die jährlich von Juli bis August statt findenden “Bregenzer Festspiele” längst legendär. Neben der spektakulären Akkustik beeindruckt vor allem die atemberaubende Naturkulisse. Sollte das Wetter einmal nicht mitspielen, finden die Stücke im Bregenzer Festspielhaus statt, das immer noch Platz für 1765 Besucher bietet. Die Bühne war sogar schon einmal Schauplatz eines James Bond-Streifens, und während der Fußball-Europameisterschaft berichtete das deutsche Fernsehen live von hier.

  • Erste Aufführungen: Bastien und Bastienne, Mozart
  • Jahr der Eröffnung: 1950
  • Sitze: 7000
  • Orchester/Dirigent: wechselnd
  • Was wird gerade gespielt: Turandot, das nächste Festival findet vom 22.07.-23.08.2015 statt
  • Eintrittspreise: 29-122 Euro, Lounge tickets 298 Euro. Behinderte 40 %, Studenten 75 % Ermäßigung
  • Führungen: Verfügbar, 7 Euro pro Person, Kinder bis 10 Jahre gratis

Nationales Marionettentheater, Prag

Dieses berühmte Haus widmet sich gleichzeitig der Oper und der Schauspielkunst mit Marionetten, was ihm mittlerweile Weltruhm beschert hat. Das sogenannte Königreich der Marionetten ist eine historische Kulisse, innerhalb derer seit den 1920 Jahren die “Union Internationale de la Marionette” statt findet, ein weltweites Puppenspielertreffen. Die berühmte Oper “Don Giovanni” beispielsweise wurde hier mit Puppen neu interpretiert und inzwischen schon mehr als 4000 mal aufgeführt. Das Theater ist für Prag-Touristen auch deshalb lohnenswert, weil es nur eine MInute entfernt vom ” Old Town Square ” liegt, dem “Staroměstské náměstí”.

  • Erste Aufführungen:  Don Giovanni
  • Jahr der Eröffnung: 1925. Die Puppenspielergesellschaft besteht seit 1991
  • Sitze: 400
  • Orchester/Dirigent: Karel Brožek
  • Was wird gerade gespielt: Don Giovanni und die Zauberflöte
  • Eintrittspreise: ca. 21 Euro für Erwachsene, ca. 17 Euro für Kinder, Studenten und Senioren
  • Führungen: verfügbar, auch Marionetten-Workshop und -Museum, auf Anfrage

Litauisches Nationaltheater für Oper und Ballett, Vilnius

Obwohl dieses Haus erst 1974 entworfen und gebaut wurde, ist es heute das Herz der Opern- und Ballettszene des Landes. Ursprünglich wurde die Oper von der litauischen Aristokratie eingeführt und zeichnete sich schon immer durch ihre hohe Qualität aus – jedoch wurde die gestalterische Freiheit unter der Sowjet-Herrschaft, und bis zu deren Ende, empfindlich eingeschränkt. Heute werden dort aber wieder internationale und auch einheimische Stücke aufgeführt. Das Theater gilt auch als hervorragende Ausbildungsstätte für junge Künstler. Besondere Merkmale sind das in der Inneneinrichtung verwendete gelbe Glas und die prachtvollen Kronleuchter, die dem Interieur eine warme und prunkvolle Atmosphäre verleihen.

  • Erste Aufführungen: verschiedene sowjetisch beeinflusste Stücke
  • Jahr der Eröffnung: 1974
  • Sitze: 1130
  • Orchester/Dirigent: Robertas Šervenikas, Martynas Staškus und Alvydas Šulčys
  • Was wird gerade gespielt: Burratino (für Kinder), bald: Der Nussknacker, Il Nozze de Figaro, Carmen
  • Eintrittspreise: ca. 10-55 Euro
  • Führungen: Touren buchbar, auch Online-Rundgang
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